iPobre, das iPad für Arme. Eine kreativ-witzige Antwort für all diejenigen BrasilianerInnen,  die sich wegen zu hoher Steuern ein iPad in Brasilien nicht kaufen können / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Jeffersoncosta1

iPobre, das iPad für Arme. Eine kreativ-witzige Antwort für all diejenigen BrasilianerInnen, die sich wegen zu hoher Steuern ein iPad in Brasilien nicht kaufen können / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Jeffersoncosta1

Die Frage, wer eigentlich die Programme und Förderlinien der brasilianischen Regierung alle bezahlen soll, haben sich wahrscheinlich die meisten Bewohner Brasiliens in der letzten Zeit schon öfter gestellt. Da die Antwort aber buchstäblich ihnen in der Hand liegt, dürfte die Frage nach der Steuerlast die Mehrheit von Brasiliens Bevölkerung interessieren. Jetzt jedenfalls sind die ersten offiziellen Zahlen zur  Steuerlast in 2011 bekannt geworden und die sind beeindruckend. Um satte 1,78 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung in 2010 stieg die steuerliche Belastung bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die größte steuerliche Belastung war bisher in 2008 gemessen worden, die bei 34,54 Prozent des BIP lag. Dieser Rekord ist nun in 2011 gebrochen worden.

Woran aber liegt die deutliche Steigerung? Zum Hauptteil liegt es am wirtschaftlichen Wachstum von 2,7 Prozent, was zunächst paradox klingen mag. Das Wachstum wirkt sich auch nur deshalb auf die Erhöhung der Steuerlast aus, da auch die Grundlage für die Einbeziehung in die steuerliche Berechnung um inflationsbereinigte 8,15 Prozent in 2011 gestiegen ist. Dafür sind jedoch keine neuen Gesetze oder zusätzlich erhobenen Steuern verantwortlich, sondern ein beträchtlicher Anteil ist auch der Formalisierung der Wirtschaft zuzurechnen. Es gab im Jahr 2011 auch keine Änderungen an der Gesetzeslage, die eine so deutliche Steigerung allein hätten bewirken können. So ist die Steigerung ein positives Zeichen der Wirtschaftspolitik, denn die Größe zeigt, dass die Bestrebungen des Staates zur Formalisierung greifen und so die Belastungen aus Abgaben für den Einzelnen langfristig sogar wieder sinken können. (mas)