Hochspannungsleitungen / Copyright: Agência Brasil

Hochspannungsleitungen / Copyright: Agência Brasil

Die Infrastruktur für die Verteilung der Elektrizität im Land wird derzeit nicht nur in Deutschland heiß diskutiert. Während bei uns in Deutschland aufgrund der Energiewende dringend der Netzausbau und die Trassen von Nord nach Süd vorangetrieben werden müssen, dreht sich die Diskussion in Brasilien derzeit um das gesamte System der Infrastruktur. Wie neue Forschungsergebnisse der Gruppe für Studien zum Elektrosektor (Grupo de Estudos do Setor Elétrico, kurz: Gesel) nun zeigen, ist weit über die Hälfte der brasilianischen Stromfernleitungen über 15 Jahre alt. Dies allein ist noch kein Indikator für die Zuverlässigkeit des Netzes, denn auch alte Netze können prinzipiell eine gute Infrastruktur bieten. Die Größe sagt aber etwas über die Investitionsleistung in den letzten Jahren aus.

In den Jahren 2001 und 2002 kam es wegen der alten und schlecht ausgebauten Infrastruktur zu Stromrationierungen. In den folgenden Jahren darauf wurde kräftig in das Netz investiert und das Netz um 60 Prozent auf die heutigen 103.000 Kilometer Stromnetz ausgebaut. Vor allem wurden die Querverbindungen zwischen den einzelnen Regionen deutlich verbessert, da einer der wesentlichen Gründe für die Rationierung die mangelnden Möglichkeiten der Verteilung zwischen den Regionen waren.

Nach Angaben der brasilianischen Energieforschungsagentur (Empresa de Pesquisa Energética, kurz: EPE) plant die Regierung erneut eine Erweiterung um 46 Prozent auf 150.500 Millionen Kilometer Stromleitungsnetz bis 2012. Von dieser geplanten Erweiterung sind bereits einige Projekte in einem Volumen von 36,3 Milliarden Reais (ca. 13,9 Milliarden Euro) an Betreiber verlost worden. Noch in diesem Jahr wird die staatliche Energieagentur (Agência Nacional de Energia Elétrica, kurz: Aneel) drei weitere Verlosungen vornehmen, wovon zwei für den Anschluss des neuen, umstrittenen Wasserkraftwerks Belo Monte dienen. (mas)