Das zweitgrößtes Wasserkraftwerk der Welt Itaipú liefert den Strom für Brasiliens Süden / Copyright: Creative Commons, A. Leithold

Das zweitgrößtes Wasserkraftwerk der Welt Itaipú liefert den Strom für Brasiliens Süden / Copyright: Creative Commons, A. Leithold

Fast im Gleichklang mit dem wirtschaftlichen Wachstum steigt auch der Strombedarf in Brasilien. Um 3,6 Prozent erhöhte sich der Verbrauch von Strom im letzten Jahr, bei einem wirtschaftlichen Wachstum von voraussichtlich knapp 3,7 Prozent. Vor allem der Handel hat mit einem Wachstum von 6,3 Prozent zu dem Anstieg beigetragen. Der industrielle Sektor der brasilianischen Wirtschaft hingegen verzeichnete nur ein Wachstum von 2,3 Prozent im Stromverbrauch, wie dieser Sektor insgesamt im Jahr 2011 wirtschaftlich nur sehr gering wuchs. Der Sektor der privaten Haushalte hingegen trug mit 4,6 Prozent ebenfalls leicht zum Anstieg des Energiebedarfs mit bei.

Im Handelsbereich sind es vor allem die guten Absätze, die auch den Verbrauch an Strom haben steigen lassen. So haben bereits bestehende Shopping-Malls und Läden durch eine höhere Auslastung einen erhöhten Bedarf und neue Einkaufszentren und Läden werden aufgrund der Nachfrage eröffnet und erhöhen so ihrerseits den Strombedarf. Für den Haushaltsbereich schätzt Maurício Tolmasquim, Vorsitzender des Energieforschungsunternehmens (Empresa de Pesquisa Energética, kurz: EPE) des brasilianischen Ministeriums für Bergbau und Energie (Ministerio de Minas e Energia), dass der Anstieg von 18 Prozent bei den elektronischen Haushaltsgeräten folglich sich auch im Stromverbrauch niederschlagen muss.

An den niedrigen Wachstumszahlen von 1,4 Prozent für Dezember 2011 lässt sich festmachen, wie stark Klimaanlagen zum Energieverbrauch beitragen. Im Dezember 2011 war es vergleichsweise kühl und so reduzierte sich der Konsum von Strom für Klimaanlagen. Obwohl alle anderen Bereiche ein konstantes Wachstum aufwiesen, ergab sich für Dezember daher nur ein sehr geringes Wachstum. Die Aussichten für 2012 lassen den Strombedarf deutlicher als in 2011 steigen. Laut EPE wird sich die Erholung des industriellen Sektors und die wirtschaftliche Erholung insgesamt auch auf die Menge des konsumierten Stroms niederschlagen. Damit wird auch die Diskussion um die Energieversorgung in Brasilien durch weitere Kraft- und Wasserwerke, wie beispielsweise das umstrittene Projekt Belo Monte, in 2012 wieder an Intensität gewinnen. (mas)