Vor allem der Bedarf an Kraft- und Schmierstoffen treibt die Importe in die Höhe / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

Vor allem der Bedarf an Kraft- und Schmierstoffen treibt die Importe in die Höhe / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

In der Wahrnehmung vieler Beobachter ist und bleibt Brasilien ein exportorientiertes Land. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Fleisch, Mais, Eisenerz und vieles andere mehr exportiert Brasilien munter und schlägt dabei vor allem im Agrarsektor Jahr um Jahr seine eigenen Rekorde. Ganz so wie diese Seite glänzt, so glänzt aktuell auch der Import mit immer neuen Zuwächsen. Im November liegt die Zuwachsrate beim Import ein erneutes Mal über dem Wachstum des Exports und auch absolut hat bisher im November die Summe an importierten Waren, die der exportierten Waren übertroffen. Für 11,53 Milliarden US-Dollar (ca. 9,05 Milliarden Euro) haben brasilianische Unternehmen bis Mitte des Monats Waren importiert. Exportiert wurden jedoch nur Waren im Wert von 11,47 Milliarden US-Dollar (ca. neun Milliarden Euro). Damit ist die Handelsbilanz für die erste Hälfte des November leicht in den negativen Bereich gerutscht.

Insgesamt summieren sich die Exporte für dieses Jahr auf 213,83 Milliarden US-Dollar (rund 167,78 Milliarden Euro). Sie bleiben um rund 5,5 Prozent hinter den Zahlen aus dem Vorjahr zurück. Importiert wurden bisher in 2012 Waren im Wert von 196,522 Milliarden US-Dollar (ca. 154,19 Milliarden Euro). Auch hier gibt es einen Rückgang, allerdings nur von 1,2 Prozent im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres.

Treiber des Imports ist nach der bisherigen Analyse vor allem der wachsende Bedarf an Kraft- und Schmierstoffen, deren Importanteil sich deutlich erhöht. Aber auch Düngemittel und andere chemische Produkte werden derzeit verstärkt auf dem brasilianischen Markt nachgefragt und lassen die Handelsbilanz ins Negative rutschen. Die Importe aus ausländischer Industrieproduktion durch eigene Produktion zu ersetzen, das war und ist die erklärte Politik der Regierung Dilma Rousseff – es scheint noch ein langer Weg. (mas)