Wasserfall bei Porto Velho während der Trockenzeit / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, F. Mesquita

Wasserfall bei Porto Velho während der Trockenzeit / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, F. Mesquita

Beim Thema Trockenheit fällt der Blick normalerweise sofort in Richtung der Nahrungsmittelpreise. Dieser Zusammenhang ist im ersten Augenblick auch der wichtigste, macht sich die anhaltende Dürre in Teilen Brasiliens doch vor allem an der Supermarktkasse und in den Geldbeuteln der Familien bemerkbar. Dennoch hat die anhaltende Dürre im äußersten Norden und im Süden Brasiliens noch weitere Konsequenzen, die sich auf die Verbraucher auswirken können.

Durch die wenigen Regenfälle führen die Flüsse und Stauseen viel weniger Wasser, als sie dies normalerweise in dieser Jahreszeit haben und so könnte sich die Dürre auch auf die Energiepreise auswirken. Die Kapazitäten der für Brasilien so wichtigen Wasserkraftwerke sind vor allem in den betroffenen Teilen stark reduziert und so können die Kraftwerke im Norden nur auf 41 Prozent und im Süden lediglich auf 37 Prozent der Wasserreservoirs für die Energieproduktion zurückgreifen.

Wegen dem Mangel an Wasserkraft müssen andere Kraftwerkstypen diese Lücke in der Produktion schließen. Derzeit übernehmen dies vor allem Gas- und andere thermische Kraftwerke. Diese jedoch verursachen höhere Kosten je produzierter Kilowattstunde, welche die Erzeuger der Energie an die Kunden weitergeben werden. Dies steht zumindest zu befürchten, auch wenn derzeit noch keine Informationen über Preissteigerungen vorliegen. Die Produzenten greifen noch nicht auf dieses Instrument zurück, solange es noch unproblematische Einsparpotenziale und Rationierungsmöglichkeiten gibt. Dabei dürften sie über die letzten Jahre an Erfahrung gesammelt haben, denn es ist nicht das erste Jahr mit einer längerfristigen Trockenheit. Die gute Neuigkeit: Die Kraftwerksbetreiber scheinen sich auf die Situation eingestellt zu haben. Sie haben dieses Jahr noch nicht reflexartig Preissteigerungen verkündet. (mas)