Einer der Bereiche, in denen die Entwicklung aktuell schwächelt: Erdölförderung von Petrobras / Copyright: Agência Brasil

Einer der Bereiche, in denen die Entwicklung aktuell schwächelt: Erdölförderung von Petrobras / Copyright: Agência Brasil

Irgendwie kommt einem es bekannt vor: Analysten haben erneut die Wachstumsaussichten für dieses Jahr herabgesetzt. Es ist aber nicht Deutschland in mitten der Eurokrise, um das es sich hier dreht, sondern es betrifft Brasilien. Und dennoch gleicht sich so einiges im Wortlaut dessen, was man über die wirtschaftliche Entwicklung beider Länder derzeit finden kann. Nicht dass man Brasilien und Deutschland in ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation gut vergleichen könnte, aber Wortlaute und Aussagen von Analysten haben eine überraschende Übereinstimmung. Mittlerweile wird von den von der brasilianischen Zentralbank in der vergangenen Woche befragten Analysten ein Wachstum von noch 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Produto Interno Bruto, kurz: PIB) erwartet. Ein sehr niedriger Wert, verglichen mit den politisch formulierten Zielen der Regierung Brasiliens.

Die aus den letzten Jahren mit wirtschaftlichem Wachstum verwöhnte brasilianische Wirtschaft steckt diese Delle in ihrer Entwicklung dennoch ganz gut weg. Auf dem brasilianischen Arbeitsmarkt jedenfalls kommt die derzeitige Abschwächung des Wachstums kaum an. Das kann unter anderem an den Erwartungen liegen, denn auch wenn beispielsweise in der industriellen Produktion dieses Jahr mit einem Rückgang von bis zu 2,3 Prozent des PIB zu rechnen ist, so ist die Aussicht von geschätzten 4,2 Prozent wirtschaftlichem Wachstum im nächsten Jahr so gut, dass viele Firmen vernünftigerweise an ihrer Belegschaft bisher festhalten oder diese ausbauen.

Insgesamt scheint scheint das Klima in Brasilien trotz aller Warnungen nicht schlecht. Das scheint auch eine Gemeinsamkeit mit Deutschland. Brasiliens Wirtschaft behält Ruhe und verlässt sich auf die staatliche Regulierung, die auch in diesem Jahr bewiesen hat, zur rechten Zeit das entsprechende Programm aufzulegen, um die Wirtschaft entsprechend zu stützen. (mas)