Der Vorsitzender für Währungspolitik der brasilianischen Zentralbank, Aldo Luiz Mendes, gab gestern (04.06.) an, dass der Real zukünftig auf dem Weltmarkt schwächer werde. / Copyright: Agência Brasil
Der Vorsitzender für Währungspolitik der brasilianischen Zentralbank, Aldo Luiz Mendes, gab gestern (04.06.) an, dass der Real zukünftig auf dem Weltmarkt schwächer werde. / Copyright: Agência Brasil

Der Vorsitzender für Währungspolitik der brasilianischen Zentralbank, Aldo Luiz Mendes, bestätigte gestern (04.06.), dass der Real zukünftig auf dem Weltmarkt schwächer werde. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien wird zukünftig mit einem schwächeren Wechselkurs, also einer Verteuerung des US-Dollars gegenüber dem Real, leben müssen. Dies bestätigte der Vorsitzende für Währungspolitik der brasilianischen Zentralbank, Aldo Mendes, am gestrigen Dienstag (04.06.). Solange die Abwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar auf einer Linie mit anderen Währungen geschehe, lasse sich dagegen auch nicht vorgehen, so Mendes gegenüber der Presse.

Die Äußerungen des Währungspolitikers verursachten eine weitere Abwertung des brasilianischen Real. Der US-Dollar kostete plötzlich 2,1385 Reais (circa 0,77 Euro) und pegelte sich später bei 2,1354 Reais (rund 0,76 Euro) ein. Der US-Dollar hatte vergangene Woche an Wert gewonnen. Unter anderem nachdem der brasilianische Finanzminister, Guido Mantega, bekannt gegeben hatte, dass der US-Dollar nicht zur Bekämpfung der Inflation herangezogen werde. Anfang Mai kostete er durchschnittlich zwei Reais (circa 0,70 Euro). Das entspricht einer Verteuerung von ungefähr sieben Prozent.

Die Abwertung des Real gegenüber dem US-Dollar ist eine Folge der Abwanderung von Kapital in die USA. Im Zuge der Finanzkrise in den USA und der EU waren viele Anleger in krisensichere Staaten wie Brasilien gegangen. Nachdem sich die Märkte im Norden nun von der Krise zu erholen scheinen, wandert das Kapital auf der Suche nach dem stabilisierten US-Dollar wieder in den Norden ab. „Wir müssen damit leben“, bestätigte Mendes. Es gäbe aber auch keinen Grund zur Sorge. Auf die Abwanderung folgt die Abwertung der Währung. Diese Entwicklung sei eine strukturelle, so Mendes weiter. Das betrifft nicht nur den brasilianischen Real. (ms)