Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes leide unter zu viel Verkehr./ Copyright: WikiCommons Autor: Carvalhas de Oliveira Eine Kampagne will auf die Gefahren des Straßenverkehrs aufmerksam machen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Bruno Takahashi Carvalhas de Oliveira

Der Straßenverkehr in Brasiliens Großstädten stellt für die Wirtschaft ein zunehmendes Hindernis dar und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes der Industrie (CNI). Die tägliche Belastung und Zeit, die Angestellte auf dem Weg zur Arbeit verbringen, mindere maßgeblich deren Produktivität, so José Augusto Fernandes, Leiter der Abteilung Politik und Strategie des CNI. Darüber hinaus schlugen sich Verzögerungen bei Warenlieferungen negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung nieder.

Laut der Studie würden 34 Prozent der Bevölkerung mehr als eine Stunde täglich im Verkehr verbringen, berichtet die Zeitung Valor Econômico (14.10.). Dabei sei dieser Anteil in den letzten vier Jahren von 26 Prozent um acht Prozentpunkte gestiegen. In den Großstädten liege dieser Anteil sogar bei 39 Prozent der Personen. Rund zwölf Prozent der Menschen verbrachten zwischen zwei und drei Stunden und vier Prozent sogar mehr als drei Stunden auf dem Weg zur Arbeit.

Dem Leiter der Studie zufolge führe das hohe Verkehrsaufkommen zu Verspätungen von Personal sowie Verzögerungen bei Warenlieferungen und Dienstleistungen. „Die Arbeiter kommen müde zur Arbeit, was den Stress zusätzlich erhöht. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Produktion in der Industrie“, so José Augusto Fernandes.

Am meisten seien diejenigen betroffen, die mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Mehr als die Hälfte der Nutzer habe mit mindestens einer Stunde Fahrtweg zu rechnen, berichtet wenig überraschend die Studie. Dabei seien 46 Prozent der Bevölkerung auf diese Verkehrsmittel angewiesen. Auf 24 Prozent sinke der Anteil derjenigen, die über eine Stunde mit dem privaten Fahrzeug zur Arbeit fahren. Rund 19 Prozent der Bevölkerung seien dies. (ms)

Quelle: Valor Econômico