Der brasilianische Finanzminister bei der Vorstellung der Maßnahmen / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister bei der Vorstellung der Maßnahmen / Copyright: Agência Brasil

Die aktuellen Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung, die alle eine deutliche Abkühlung abbilden, haben den brasilianischen Finanzminister Guido Mantega gestern (13.09.) zur Präsentation einer Reihe neuer fiskal- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen veranlasst. Der brasilianische Staat zeigt sich in dieser Phase des Abschwungs einmal mehr als aktiver, steuernder Staat, ganz so wie es bereits am Tag zuvor von der UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) als positives Beispiel eines ökonomischen Modells vorgestellt wurde. In Zeiten eines Abschwungs handelt der brasilianische Staat antizyklisch und gibt mehr Geld aus und versucht so, die Wirtschaft wieder zu Wachstum anzuregen.

Als die wichtigste Maßnahme präsentierte Guido Mantega die Reduktion der Steuerlast für 25 Sektoren. Für 20 von ihnen gab es bereits in 2012 erste Reduzierungen in der Steuerlast. Für die anderen fünf Bereiche sollen sie in den nächsten Monaten greifen. Von der Senkung begünstigte Branchen sind unter anderem der Flugverkehr, der öffentliche Transport, die Papierindustrie, die pharmazeutische Industrie und Teile der fleischverarbeitenden Industrie.

Auflage des Staates für die Reduktion der Steuerlast ist die direkte Weitergabe der Absenkung an die Verbraucher in billigeren Preisen. Nach Angaben Guido Mantegas sind diese Sektoren stark durch die Preise ausländischer Importe unter Druck und eine Preissenkung hilft zum einen, die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Produktion wieder zu stärken, zum anderen hat die Preissenkung natürlich auch eine Rückwirkung auf die Inflation. Die Maßnahme kann als gut abgestimmt bezeichnet werden, denn sie greift durch die Weitergabeverpflichtung direkt in die Preisgestaltung ein, hilft aber dem brasilianischen Staat auf der anderen Seite in zwei wichtigen Punkten: die heimische Industrie wieder zu stärken und die Inflation zu kontrollieren. (mas)