Im letzten Jahr wurde hunderttausende Häuser für sozial benachteiligte Familien erbaut / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

Im letzten Jahr wurden beispielsweise durch den Staat hunderttausende Häuser für sozial benachteiligte Familien erbaut: Die Baubranche profitierte hiervon / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Andrevruas

Es ist nur ein kleiner Artikel in der von der brasilianischen Zentralbank quartalsweise herausgegebenen Zeitschrift Boletim Regional. Der Tenor des Artikels ist aber ein sehr gutes Beispiel für die politische Prioritätensetzung in der die brasilianische Regierung und die Zentralbank auch in Zukunft die fiskalpolitische Richtung sehen: Ein aktiver Staat, der durch flexible steuerliche und geldpolitische Maßnahmen auf die jeweilige wirtschaftliche Situation reagieren muss.

Angewandt bedeutet dies nichts anderes, als dass das in diesem Jahr bereits begonnene Feuerwerk an speziellen Kreditlinien und Förderprogrammen aus Sicht der brasilianischen Zentralbank am besten fortgesetzt werden sollte. Nur durch diese staatlichen Lenkungsmaßnahmen habe sich aus Sicht der brasilianischen Zentralbank die internationale Krise nicht direkt in eine nationale wirtschaftliche Krise übertragen. Der Ansatz der Krise auf den drei Ebenen von Geldpolitik, direkter Kredithilfe und aktiver Fiskalpolitik zu begegnen, hat sich nach dieser Analyse als Erfolgsmodell herausgestellt.

Für das laufende letzte Quartal und das kommende Jahr erwartet Brasiliens Zentralbank deswegen auch positive Signale aus der Wirtschaft. Allerdings muss die Wirkung nicht in allen Sektoren gleich sein, sondern es ist eher zu erwarten, dass von den bereits getroffenen Maßnahmen einzelne Sektoren stärker profitieren können. In der Analyse zeigt sich aber nicht nur eine Ungleichheit in der Verteilung zwischen den Sektoren, sondern auch zwischen den Regionen. Während der Süden am stärksten profitiert hat, gibt es im Norden und Nordosten ebenso leichte Zuwächse. Schwach sind die Ergebnisse allerdings in der Mitte des Landes. Ob sich zukünftig mit einer Fortsetzung der Politik mit den gleichen Instrumenten diese Ungleichheiten besser in den Griff bekommen lassen, dazu liefert die Zentralbank in diesem Artikel keine Antwort. (mas)