Wegen der extremen Hitze im Januar sind die Wasserstände für die Wasserkraftwerke stark gesunken. / Copyright: Agência Brasil
Wegen der extremen Hitze im Januar sind die Wasserstände für die Wasserkraftwerke stark gesunken. / Copyright: Agência Brasil

Wegen der extremen Hitze im Januar sind die Wasserstände für die Wasserkraftwerke stark gesunken. / Copyright: Agência Brasil

Die anhaltende Dürre hat nicht nur die Risiken eines Stromausfalls und eines Ernteschadens mit sich gebracht. Die Zuschaltung von Dieselkraftwerken zur Energieerzeugung aufgrund der niedrigen Wasserstände in den Reservaten für die Wasserkraftwerke hat sich bereits auf die Handelsbilanz Brasiliens ausgewirkt. Die Brennstoffimporte stiegen um 40 Prozent zwischen Dezember und Januar an, in dem Monat, in dem die Dieselkraftwerke in Betrieb genommen wurden. Im Dezember importierte Brasilien 797.624.138 Kilogramm Dieselkrafstoff zum Preis von 735,54 Millionen US-Dollar. Im Januar stieg die Menge dagegen auf 1.116.821.012 Kilogramm an, die Kosten entsprechend auf 1,036 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel hervorgeht.

„Wir importieren bereits sehr viel Dieselkraftstoff, doch mit den zugeschalteten Kraftwerken, ist der Erdkölkonzern Petrobras gezwungen noch mehr zu importieren“, sagte Adriano Pires, Direktor des brasilianischen Zentrums für Infrastruktur (Centro Brasileiro de Infraestrutura, kurz: CBIE). „Dieser Anstieg des Imports wurde allein durch die Kraftwerke verursacht.“ Zahlen des nationalen Netzbetreibers ONS zeigen, dass 15 Einheiten von Diesel-Kraftwerken seit Januar in Betrieb sind mit einer Produktionskapazität von 561 Megawatt: Palmeiras de Goiás (176 Megawatt), Daia (44 Megawatt), Goiânia II (140 Megawatt), Xavantes (54 Megawatt) sowie elf weitere des Unternehmens Enguia mit 95 Megawatt in Ceará und 52 Megawatt in Bahia. Die Kraftwerke wurden über den gesamten Januar Stück für Stück in Betrieb genommen, wobei die Leistung in der letzten Januarwoche am stärkten erhöht wurde.

Der Präsident des brasilianischen Verbands für flexible Energieerzeugung (Associação Brasileira de Geração Flexível, kurz: Abragef) Marco Antônio Veloso sagte, dass diese Kraftwerke gewöhnlich mindestens eine Woche im Voraus angemeldet werden. So hätten sie genug Zeit sich einzurichten und genügend Brennstoff zu sammeln, um über ein paar Tage ununterbrochen Energie zu produzieren. „Die Einheiten arbeiten mit einem internen Kraftstoffspeicher, der für drei bis fünf Betriebstage ausreicht, damit bis dahin die gesamte komplizierte Beschaffung von Brennstoff organisiert werden kann“, sagte Veloso. Alle Diesel-Kraftwerke sind derzeit immer noch in Betrieb, was sich auch in einem hohen Brennstoffimport für Februar auswirken wird. (ls)