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Dass Südafrika 2011 in die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) aufgenommen wurde, kann den Zugang zu wichtigen Handelsbeziehungen mit dem Kontinent Afrika erleichtern, so wurde gestern (28.03.) in einem Artikel über die internationale Wirtschaft und Politik durch den Brasilianischen Industrieverband für angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA) veröffentlicht.

Im Moment seien die Aktivitäten der anderen BRICS-Staaten in Afrika durch „Reibungen und Konkurrenz“ gezeichnet, da die afrikanischen Länder noch nicht offen genug wären, stärker miteinander zu kooperieren.

Nach Angaben des Artikels sei ein positiver Faktor, dass in Afrika derzeit eine Tendenz zur Reduzierung regionaler Konflikte bestehe, zusätzlich zu dem guten Index beim Wirtschaftswachstum. Dieses sei vor allem auf die reichhaltigen Naturreserven wie Erdöl, -gas und Mineralien zurückzuführen, was die Investitionen in den Kontinent attraktiver gestaltet. Dazu kommt die Erweiterung der landwirtschaftlichen Aktivität in neuen Gebieten sowie der Reis- und Maisanbau.

„Die BRICS-Staaten sind die Hauptinvestoren in den afrikanischen Kontinent, mit Investitionen in Höhe von mehr als 60 Milliarden US-Dollar zwischen 2003 und 2009. Der Handel dieser Länder mit Afrika stieg zwischen 2000 und 2008 um das achtfache an“, so die Autorin des Artikels, Gladys Lechini.

Durch die Studie wurde festgestellt, dass während der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wichtige Maßnahmen für die Beziehungen zu den afrikanischen Staaten realisiert wurden. Diese waren Antwort auf die wachsende Nachfrage von Menschen Brasiliens afrikanischer Abstammung, das heißt die größte afrikanische Bevölkerung außerhalb Afrikas. Damit stieg der bilaterale Handel enorm an, von 4,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2000 auf 20,5 Millionen US-Dollar in 2010.

Die zehn afrikanischen Haupthandelspartner Brasiliens sind Ägypten, Südafrika, Angola, Nigeria, Libyen, Ghana, Tunesien, Senegal, Kenia und Kamerun. Die Zusammenarbeit besteht vor allem in den Bereichen tropische Landwirtschaft, Energie und Bioenergie, technische Bildung, Berufsausbildung, E-Government, Gesundheit und tropische Medizin, Umwelt, Biokraftstoffe, Luftfahrt, Tourismus, Recht, Kultur, Menschenrechte und Sport. (ds)