Die Versorgung der haitianischen Flüchtlinge im nordwestlichen Bundesstaat Acre verschlechtert sich zunehmen. Jetzt wurde der Soziale Notstand ausgerufen. / Copyright: Agência Brasil
Die Versorgung der haitianischen Flüchtlinge im nordwestlichen Bundesstaat Acre verschlechtert sich zunehmen. Jetzt wurde der Soziale Notstand ausgerufen. / Copyright: Agência Brasil

Die Versorgung der haitianischen Flüchtlinge im nordwestlichen Bundesstaat Acre verschlechtert sich zunehmen. Jetzt wurde der Soziale Notstand ausgerufen. / Copyright: Agência Brasil

Vergangenen Dienstag (09.04.) erklärte der Gouverneur des nordwestlichen brasilianischen Bundesstaates Acre, Tião Viana von der Arbeitspartei (PT), den sozialen Notstand. Damit beabsichtige er, so Viana, auf die wachsende Anzahl von Flüchtlingen aus Haiti und die sich daraus ergebenden Spannungen in dem kleinen Bundesstaat aufmerksam zu machen.

Brasilien hatte nach dem schweren Erdbeben vor zwei Jahren bestimmt, dass täglich landesweit 100 Visa an Flüchtlinge aus Haiti vergeben werden sollten. Doch werde diese Zahl allein in Acre übertroffen, wie Regierung und Abgeordnete des Bundesstaates jetzt mitteilten. Laut dem Parlamentsabgeordneten Jorge Viana von der PT warten dort momentan rund 1.300 Flüchtlinge auf ein Visum. Die Versorgungssituation sei erheblich angespannt. Sanitäre Einrichtungen fehlten ebenso wie Lebensmittel oder eine Bleibe. Mittlerweile befänden sich rund zehn Prozent der Flüchtlinge in einer gesundheitlich kritischen Situtation. Auch schwangere Frauen seien darunter. Der Bundesstaat selbst könne die Versorgung aber nicht übernehmen.

Aus diesem Grund kam es am gestrigen Mittwoch (10.04.) zu einem Krisentreffen in der Hauptstadt Brasília. Daran nahmen die Justiz-, Außen-, Arbeits- und Sozialminister sowie das Kanzleramt und die Bundespolizei teil. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, um die Hilfestellung für die Betroffenen zu gewährleisten. Des Weiteren wird die Bundesregierung mit den Behörden der beiden angrenzenden Länder, Peru und Bolivien, Wege vereinbaren, um den Flüchtlingsstrom nach Brasilien zu bremsen. Gleichzeitig sollen die lokalen Behörden in Acre bei der Sicherung der 280km langen Grenze unterstützt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass Menschen durch Schmuggler ins Land geschleust werden. (ms)