Alicia Bárcena, Generalsekretärin der CEPAL, bei der Präsentation der Studie / Copyright: Carlos Vera/CEPAL

Alicia Bárcena, Generalsekretärin der CEPAL, bei der Präsentation der Studie / Copyright: Carlos Vera/CEPAL

Die wirtschaftliche Kommission für Lateinamerika und die Karibik (Comissão Econômica para a América Latina e o Caribe, kurz: CEPAL) der Vereinten Nationen hat in ihrem wirtschaftlichen Ausblick für die Region Lateinamerika und Karibik eine Reduktion des bisherigen Wachstums in 2012 prognostiziert. Lediglich für Brasilien und einige wenige andere Länder ergibt sich aus der Prognose für 2012 weiterhin eine Steigerung des Wachstums. Bedingt vor allem durch den Faktor der internationalen Krise der Europäischen Union und den Unsicherheiten im internationalen Finanzsystem soll die Wirtschaft der Region nur noch um 3,7 Prozent in 2012, im Vergleich zu prognostizierten 4,3 Prozent in 2011, wachsen. Brasiliens Wachstum wird mit 3,5 Prozent in 2012 prognostiziert und liegt damit auch im nächsten Jahr unter dem Durchschnitt der Region.

Die CEPAL hatte für dieses Jahr ein Wachstum für Brasilien von 2,9 Prozent vorausgesagt. Nach den Angaben der brasilianischen Regierung beträgt das Wachstum in diesem Jahr im optimistischen Fall 3,7 Prozent. Allerdings sind auch die Prognosen der brasilianischen Regierung für das Jahr 2012 weitaus positiver, als die nun veröffentlichen Zahlen in der Studie der CEPAL. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega hatte Anfang dieser Woche noch eine Einschätzung von bis zu fünf Prozent Wachstum für 2012 bekannt gegeben.

Der Bericht der CEPAL enthält aber nicht nur einen Ausblick, sondern auch eine Auswertung wichtiger makroökonomischer Indikatoren des Jahres 2011. So bewertet die CEPAL Brasiliens Wirtschaft als robust gegenüber der Krise, da unter anderem Faktoren wie die Überschüsse aus der Handelsbilanz, steigende Devisenreserven und auch die steigenden Mindestlöhne zu einer internen Stabilisierung in Krisenzeiten beitragen. Einen Protektionismus als Reaktion auf die internationale Krise lehnt die CEPAL für die Länder der Region ab. Als angemessene Reaktion empfiehlt der Bericht eine weitere wirtschaftliche Integration in der Region und vor allem einen Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen den lateinamerikanischen und karibischen Ländern. (mas)