China und Brasilien: Gegenseitige Kritik an Handelsbarrieren. Copyright Agência BrasilChina und Brasilien: Gegenseitige Kritik an Handelsbarrieren./ Copyright Agência Brasil
China und Brasilien: Gegenseitige Kritik an Handelsbarrieren. Copyright Agência BrasilChina und Brasilien: Gegenseitige Kritik an Handelsbarrieren./ Copyright Agência Brasil

China und Brasilien: Fairer Handel und Handelsbarrieren. / Copyright Agência Brasil

China kritisiert die „hohen brasilianischen Zölle“ und rief die brasilianische Regierung auf, die Beschränkungen für den bilateralen Handel zu senken. In einem Interview mit der Zeitung Estado de São Paulo vom gestrigen Donnerstag (16.10.) legte der Vize-Handelsminister Chinas, Shouwen Wang, die Pläne gegenüber dem südamerikanischen Land dar. Demnach wolle China aus Brasilien eine Plattform für Produktion und weltweiten Export seiner Autos machen. Diese Pläne scheiterten bisher jedoch an den zu hohen Importzöllen und Steuern auf Industrieproduktion im Land.

Wang wiederholte gegenüber der Zeitung Estadão seine Vorstellungen in Brasilien zu investieren. „Unser Plan ist, chinesische Unternehmen aus dem Automobilsektor dazu zu bringen, Fabriken in Brasilien anzusiedeln und vor dort aus die Fahrzeuge weltweit zu exportieren”, so der chinesische Vize-Minister für Handel. „Aber die Zölle, die Brasilien erhebt, sind zu hoch und müssen sinken“, wird Wang in der Zeitung zitiert.

China ist heute der größte Handelspartner Brasiliens. Eine der chinesischen Automobilkonzerne, Chery, investiert gerade 1,2 Milliarden Reais (rund 400 Millionen Euro) in seine Autofabrik in Jacareí. Weitere Autobauer hätten Investitionen angekündigt, so die Zeitung. Die Unternehmen JAC-Motors und Changan kämpften jedoch mit der Industrieabgabe-Steuer. Brasilien hatte zuletzt im Juni mit Maßnahmen reagiert (BrasilNews berichtete, 1.7.2014).

Shouwen erinnerte bei der Gelegenheit, dass der brasilianische Flugzeugbauer Embraer auf chinesischem Gebiet eine Fabrik unterhält, wofür China einen Gegenzug erwarte, so Shouwen. Um Industrieansiedlung und Arbeitsplätze zu sichern, sollte eine eigene Automobilindustrie kein Dogma darstellen. Gleichzeitig erhebt Brasilien seit einiger Zeit Vorwürfe wegen Dumpings gegen das asiatische Land. Grundsätzlich schwebte beiden Ländern jedoch ein „fairer, ausgeglichener Markt“ vor. (ms)