Präsident der CNI, Robson Braga de Andrade / Copyright: Agência Brasil

Präsident der CNI, Robson Braga de Andrade / Copyright: Agência Brasil

Aufgrund des mäßigen Wachstums der brasilianischen Industrie um 1,6 Prozent im vergangenen Jahr und der Aussicht auf eine Stabilisierung der Lage in 2012 richtete sich der Präsident des brasilianischen Industrieverbandes CNI, Robson Andrade, gestern (12.03.) an die Regierung Brasiliens. Er bat um schnelle Initiativen zur Unterstützung der Industrie, wie zum Beispiel die Verringerung der Fristen für Lizensierungen, die Erhöhung von öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur sowie weniger Bürokratie.

Laut Andrade sei es unabdinglich, so schnell wie möglich zu handeln, um die Industrie vor der Stagnation zu retten. Dies beträfe vor allem die verarbeitende Industrie, die im vergangenen Jahr um nur 0,1 Prozent gestiegen sei. Der gesamte Sektor begann das Jahr 2012 mit negativen Zahlen. Im Januar verzeichnete der Industriesektor einen Rückgang um 2,1% im Vergleich zum Vormonat und um 3,4% im Vergleich zum Januar des letzten Jahres.

Andrade teilte bei einem Radiointerview mit, dass einige Maßnahmen von der Exekutive realisiert werden könnten, ohne die Genehmigung der Legislative zu benötigen. Für ihn hänge die Lösung von Umweltfragen und Bürokratie von der politischen Bereitschaft ab.

Die brasilianische Regierung hätte bereits in der Vergangenheit Maßnahmen in die Wege geleitet, die in die richtige Richtung gehen würden, so zum Beispiel die Steuererhöhung auf industrialisierte Produkte (IPI-Steuer) bei importierten Autos, die nicht in Brasilien produziert werden. Damit schützte sich die nationale Industrie vor ungerechter Konkurrenz.

Seiner Meinung nach müsse sich Brasilien eingestehen, dass die Industrie mit der Entwicklung neuer Technologien in Verbindung stehe sowie mit der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit anderer Sektoren und der Verbesserung der Arbeitsqualität. (ds)