Soziale Projekte sollen zusätzlich zur Befriedung der Favelas beitragen / Copyright: Wikimedia Creative Commsons, Hmaglione10
Soziale Projekte sollen zusätzlich zur Befriedung der Favelas beitragen / Copyright: Wikimedia Creative Commsons, Hmaglione10

Soziale Projekte sollen zusätzlich zur Befriedung der Favelas beitragen / Copyright: Wikimedia Creative Commsons, Hmaglione10

Bewohner der Favelas Complexo de Manguinhos und Jacarezinho in Rio de Janeiro können seit gestern (20.11.) an dem Projekt Fábrica Verde (wörtlich: Grüne Fabrik) teilnehmen. Das Projekt zur sozialen und digitalen Inklusion der Favelabewohner wurde von dem Staatsreferat für Umwelt (Secretaria Estadual do Ambiente, kurz: SEA) ins Leben gerufen und soll den Teilnehmern beibringen, wie man aus kaputten Computern und Rechnern benutzbare Maschinen herstellt. Die reparierten und recycelten Maschinen werden dann an in den Favelas ansässige kommunale Institutionen gespendet.

Schirmherr des Projekts ist Petrobras. Der halbstaatliche Mineralölkonzern wird insgesamt 1,2 Millionen Reais (rund 391.ooo Euro) in das Projekt investieren, bei dem sich Personen zwischen 16 und 35 bewerben können. Die Teilnehmer kommen im Rahmen des Projekts drei Mal in der Woche über einen Zeitraum von drei Monaten zusammen und erhalten als finanzielle Unterstützung monatlich 120 Reais (rund 39 Euro).

In der Vergangenheit waren ähnliche Projekte bereits in den Favelas Complexo do Alemão und Salgueiro erfolgreich. Der Staatssekretär Carlos Minc erklärte, dass dort insgesamt 1.500 Personen an den Projekten teilgenommen haben. Minc gab zu bedenken, dass in den Favelas noch vor nicht allzu langer Zeit das Gesetz der Angst geherrscht habe – dass jedoch heute soziale und integrative Projekte und Initiativen möglich seien. Dies sei ein großer Erfolg für die Regierung. Das Einbeziehen der Bevölkerung der Favelas ist ein weiterer wichtiger Punkt, um die gesellschaftliche Integration zu gewährleisten. In der Vergangenheit hatten die Bewohner immer wieder kritisiert, dass die Regierung über ihre Köpfe hinweg entscheide, obwohl sich zuvor jahrelang niemand um ihre Belangen gekümmert habe. Anhand der Projekte will die Regierung nun Vertrauen aufbauen und auf die Menschen eingehen. (sg)