Crivella wird neuer Minister für Fischerei

01.03.2012 | Politik |

Der neue Minister für Fischerei, Marcelo Crivella (PRB-RJ) / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin, Dilma Rousseff, ernannte gestern (29.02.) den Senator Marcelo Crivella (PRB-RJ) zum neuen Minister für Fischerei. Er wird somit Nachfolger von Luiz Sérgio, der sein Mandat als Bundesabgeordneter wiederaufnehmen wird. Crivella ist Bischof der pfingstlerischen Kirche „Universalkirche des Reichs Gottes“ (Igreja Universal do Reino de Deus).

Parlamentsmitglieder äußerten die Vermutung, die Präsidentin habe diese Entscheidung aus strategischen Gründen getroffen, um die pfingstlerische Bevölkerung innerhalb der Regierung besser berücksichtigt zu wissen, nachdem es zu Polemiken mit der religiösen Fraktion gekommen war. Bei der Nominierung der Ministerin Eleonora Menicucci, die sich für Gesetzesänderungen im Bereich Abtreibung eingesetzt hatte, war Kritik Seitens der Universalkirche laut geworden. Auch der Hinweis des Ministers Gilberto Carvalho, dass die Regierung eine ideologische Grundsatzdiskussion mit den pfingstlerischen Kirchen über ihren Einfluss auf die aufstrebenden sozialen Schichten führen sollte, führte zu starker Kritik innerhalb der religiösen Gruppe.

Die Präsidentin legte jedoch andere Motive für die Wahl zugrunde: eine enge gemeinsame Verbindung der Präsidentin und Crivella mit dem ehemaligen Vizepräsidenten und Parteikollege Crivellas, José Alencar (PRB). Für Rousseff sei die Partei PRB stets ein wichtiger Verbündeter und Unterstützer der PT gewesen, die jedoch bisher in keinem Ministerium vertreten war. Das, so die Präsidentin, ändere sich nun.

Crivella selbst betonte, er glaube, dass es zwar eine Annäherung zwischen Regierung und der pfingstlerischen Kirche geben werde, dass diese jedoch nicht das leitende Motiv der Präsidentin gewesen sei, als sie ihn für das Amt des Ministers auswählte.

Er nannte vier Ziele, die er in seinem neuen Amt erreichen möchte: die Schaffung von einer Millionen Arbeitsplätze im Sektor innerhalb der nächsten zehn Jahre, die nachhaltige Aquakulturproduktion solle verfünffacht werden und der nachhaltige Fischfang sowie der Fischkonsum pro Kopf sollen verdoppelt werden. (jv)


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