Antônio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hier im Gespräch mit Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler / Copyright: Europäische Kommission

Antônio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission (rechts), hier im Gespräch mit Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler / Copyright: Europäische Kommission

Mit einer Delegation von insgesamt 29 europäischen Unternehmern bereist der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antônio Tajani, derzeit Brasilien, um vor allem über Möglichkeiten der unternehmerischen Zusammenarbeit zu diskutieren. Gestern (15.12.) wurde die Delegation dabei vom Direktorium des brasilianischen Industrieverbandes (Confederação Nacional da Indústria, kurz: CNI) empfangen. In 2011 ist dies bereits der 20. Empfang der CNI für eine Delegation aus dem Wirtschaftsraum Europa. Dies reflektiert sehr gut die Attraktivität die Brasilien derzeit als Wirtschaftsstandort aufweist, wie auch Äußerungen bei der Zusammenkunft widerspiegelten.

Für die brasilianische Seite, so Antônio Tajani, liege der Vorteil eines Annäherungsprozess in der Möglichkeit, von dem Wissen und der Innovation zu profitieren, welches europäische Unternehmen in sehr vielen Bereichen an brasilianische Unternehmen weitergeben könnten. Vor allem die Verbesserung der Qualität der Produktion, so auch der Präsident des CNI, Carlos Abijaodi, liege im Interesse der brasilianischen Wirtschaft, da hier noch ein großer Nachholbedarf bestünde.

Die aus Europa angereisten Unternehmen kommen aus den Branchen Bau, Tourismus, Energie, Textil und Automobil. Unter anderem sind Vorstandsmitglieder von Rolls-Royce, ArcelorMittal, Shell, Enel, Umicore und Louis Vuitton in der delegation vertreten. Laut Antônio Tajani entspricht der Umsatz der mitgereisten Firmen in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Deutschland (rund 2.500 Milliarden Euro im Jahr 2010). Das Hauptanliegen für die von der Europäischen Kommission angeführte Delegation ist die Internationalisierung kleiner und mittlerer Betriebe aus Europa, für die der Binnenmarkt Brasiliens und Lateinamerikas neben Europa einen wichtigen Markt darstellt. Heute nehmen Mitglieder der Delegation deshalb in São Paulo an einem Seminar zur Internationalisierung kleinerer und mittlerer Betriebe teil. Auch werden der Delegation heute die geplanten Projekte für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympiade in 2016 präsentiert werden. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff wird die Delegation heute mit Mitgliedern ihrer Regierung empfangen.

Während des Treffens gestern zwischen dem Direktorium der CNI und der Delegation aus Europa wurde ein Austauschprogramm für junge Unternehmer aus Europa und Brasilien unterzeichnet. Damit soll die Internationalisierung gefördert und auch die Möglichkeit geschaffen werden, andere Arbeitsmethoden in den jeweiligen Ländern kennenzulernen. (mas)