Demonstranten blockieren wichtige Verkehrsstraßen der Stadt. / Copyright: Agência Brasil

Viele Schüler in São Paulo wehren sich nach wie vor gegen die geplante Schulreform, durch die 93 Schulen geschlossen werden sollen. Ziel ist es, damit die Grund- und Mittelschulen besser in Altersgruppen einteilen zu können. Die Schüler gehen dagegen auf die Straße und blockieren teilweise wichtige Verkehrspunkte. Am Dienstag (1.12) beispielsweise stoppten rund 250 Demonstranten für drei Stunden den Verkehr auf der Avenida 9 de Julho. Laut der Militärpolizeit sei der „Einsatz von Gewalt“ nötig gewesen, um die Straße wieder für die Autos passierbar zu machen.

Aber nicht nur Schüler kritiseren die Reformpläne. Auch Lehrer und Experten stimmen gegen das Vorhaben. Ocimar Alavarse, Professor an der Universität von Sao Paulo (USP), kritisiert beispielsweise, dass es zunächst einmal an Transparenz bei der Präsentation der Änderungspläne fehlt. „Was vor allem Skepsis hervorruft, ist, dass es kein Schreiben darüber gibt, welche Schulen genau von der Reform in der ersten und zweiten Phase der Umstellungen betroffen sein sollen“, so der Professor.

Das Schulsekretariat von São Paulo begründet die Pläne damit, dass durch die Umstellung die Qualität des Unterrichts steige. „Wir haben bereits Studien darüber, dass in den Schulen mit nur einer Altersklasse die Schüler bessere Leistungen zeigen als in den Schulen mit gemischten Altersklassen“, so Maria Izabel Faria, Bildungssekretärin.

Alavarse jedoch hält nichts von diesen Studien. „Was gemacht wurde, ist eine sehr einfache Untersuchung, die nichts belegt.“ Dagegen sei nicht untersucht wurden wie etwa das sozioökonomischer Niveau der Studierenden und die Zusammensetzung des Lehrkörpers. (ls)

Quelle: Agência Brasil