Demonstrationen am Tag der Unabhängigkeit / Copyright: Agência Brasil

Demonstrationen am Tag der Unabhängigkeit / Copyright: Agência Brasil

Auch dieses Jahr fanden in São Paulo am Tag der Unabhängigkeit (vergangener Freitag, 07.09.) wieder Demonstrationen der Bewegung „Schrei der Ausgeschlossenen“ (Grito dos Excluídos) als Gegenbewegung zu den offiziellen Feierlichkeiten statt.

Bereits seit 18 Jahren versammeln sich am 7. September soziale Bewegungen und Organisationen der Bevölkerung, um der Gesellschaft zu zeigen, dass sie noch immer nicht so unabhängig ist, wie sie es sein müsste, erklärte Paulo César Pedrini, Sprecher des städtischen Pastorenverbandes von São Paulo. Dieses Jahr stand die Bewegung unter dem Leitspruch: „Wir wollen einen Staat, der für die ganze Bevölkerung Rechte garantiert“.

Der Weg, den die Demonstranten gingen, hatte symbolische Bedeutung: Dort, wo einst die Unabhängigkeit erklärt wurde, sollten erneut die Stimmen erhört werden. Einer der Kritikpunkte seien die Auswirkungen von Großveranstaltungen auf die Gesellschaft, wie zum Beispiel durch die Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2014.

Im Gegensatz dazu erklärte die Gewerkschafterin Nádia Gebara, dass sie glaubt, gerade diese Veranstaltungen würden alle sozialen Kämpfe miteinander vereinen. Somit gäbe es vier Bereiche des Lebens, für die sich die Bürger einsetzen: für das Land, die Bildung, das Gesundheitswesen und die Arbeit, so verteidigte Gebara diesen Vorwurf.

Laut Luiz Gonzaga da Silva, stellvertretender Sprecher der Zentrale für Volksbewegungen (Central de Movimentos Populares, kurz: CMP) würden die Aktivitäten zeigen, was die Gesellschaft bereits erreicht hat, aber auch, dass es noch viel zu erreichen gäbe. „Ein Beispiel ist das Mindesteinkommen, das immer noch nicht an die Grundbedürfnisse der Arbeiter angeglichen ist.“ (ds)