Papst Franziskus bei seiner Rede im Palácio Guanabara, dem Regierungspalast von Rio de Janeiro. / Copyright: Agência Brasil
Papst Franziskus bei seiner Rede im Palácio Guanabara, dem Regierungspalast von Rio de Janeiro. / Copyright: Agência Brasil

Papst Franziskus bei seiner Rede im Palácio Guanabara, dem Regierungspalast von Rio de Janeiro. / Copyright: Agência Brasil

Am gestrigen Montag (23.07.) landete Papst Franciso in Rio de Janeiro. Offizielles Ziel seiner einwöchigen Reise ist seine Teilnahme am Weltjugendtag der katholischen Kirche. Zuvor aber traf sich das kirchliche Oberhaupt im Regierungssitz des Bundesstaates, dem Palácio Guanabara, mit der Präsidentin Dilma Rousseff und Regierungsvertretern von Rio de Janeiro. In einer Rede forderte er von den Regierungen weltweit mehr Ausgaben für Bildung sowie mehr Anstrengungen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Zudem warf er den politischen Entscheidungsträgern vor, auf die falschen Rezepte zur Bekämpfung der weltweiten Finanzkrise zu setzen.

Bereits während seiner Anreise hatte sich der Pontifex mit Journalisten getroffen. Es zeigte sich, dass seine einwöchige Reise inhaltlich starke politische Züge tragen werde. Auch hier warnte er vor dem Risiko, eine ganze Generation an die Arbeitslosigkeit zu verlieren. „Die globale Krise ist sehr hart mit der Jugend umgegangen. Letzte Woche las ich, wieviel von ihnen ohne Arbeit seien und dass wie Gefahr laufen, eine Generation zu schaffen, die niemals gearbeitet hat“, warnte der Papst. Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigen, dass in einigen Ländern mehr als 50 Prozent der Jugendlichen keine Arbeit haben und, drastischer noch, ohne Perspektive auf Arbeit sind.

Bezogen auf die seit Junibeginn landesweit stattfindenden Proteste in Brasilien erklärte der Papst, er sei in einem günstigen Moment gekommen. Er zeigte Sympathien für die sozialen Bewegungen, die die Straßen erobert hätten. Das Kirchenoberhaupt möchte jedoch niemanden herausfordern. Vielmehr suche er den „Dialog unter Freunden“. Ab heute hat Papst Franziska ausreichend Gelegenheit zum Gespräch. Viele Tausende Kirchenanhänger sind nach Rio de Janeiro gereist. Erst gestern war es in Rio de Janeiro wieder zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen, als sich die Demonstranten dem Regierungspalast näherten. In Salvador besetzten Mitglieder der Nulltarif-Bewegung das Parlamentsgebäude.(ms)