„Als die brasilianische Zentralbank im August des letzten Jahres trotz den damals herrschenden Inflationssorgen die Zinsen senkte, kritisierten die Akteure an den Finanzmärkten diesen Schritt. Brasilien vernachlässige die Inflationsziele, um die Konjunktur zu beleben. Die Notenbank hat seitdem in zehn Runden den Leitzins von 12,5% auf nunmehr 7,25% gesenkt, ohne dass sich bisher die Inflation nennenswert beschleunigt hätte. Im Nachhinein hat die brasilianische Zentralbank mit ihren Schritten also recht behalten.

Die positiven Effekte der Zinssenkungen sind offensichtlich. Der spekulative Zufluss ausländischen Kapitals auf der Suche nach Zinsarbitrage-Geschäften verringerte sich stark, was die Stärkung des Real reduziert hat. Der Staat muss weniger für seine Schulden bezahlen und gibt die Entlastung des Haushalts in Form von Steuersenkungen etwa an die Autoindustrie weiter. Zudem sind mit den niedrigeren Zinsen die Investitionskosten für die Unternehmen gesunken. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die privaten Investitionen stiegen, erklärt die Zentralbank optimistisch.“ (NZZ Online)

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