Der deutsche Autoteilehersteller muss in Brasilien Schmerzensgelder zahlen. HIer der Sitz der KSPG in Neckarsulm. / Copyright: Presse KPSG
Der deutsche Autoteilehersteller muss in Brasilien Schmerzensgelder zahlen. HIer der Sitz der KSPG in Neckarsulm. / Copyright: Presse KPSG

Der deutsche Autoteilehersteller muss in Brasilien Schmerzensgelder zahlen. Hier der Sitz der KSPG in Neckarsulm. / Copyright: Presse KPSG

Der in Brasilien ansässige deutsche Autoteilehersteller, KSPG Automotive, muss laut Anordnung des brasilianischen Arbeitsgerichtes 450.000 Reais (rund 170.000 Euro) „allgemeines Schmerzensgeld“ bezahlen und die Arbeitsplatzbedingungen in der Fabrik in Nova Odessa im Bundesstaat São Paulo an bestehende Normen anpassen. Die Firma KSPG folgte mit der Unterzeichnung der Vereinbarung am gestrigen Donnerstag (23.05.) dem Vorschlag des Staatsanwaltes Silvio Beltramelli Neto. Anklage hatte das Bundesarbeitsministerium (Ministério Público do Trabalho, kurz: MPT) erhoben.

In dem seit 2012 laufenden Prozess hätten Untersuchungen schwere ergonomische Risiken an den Arbeitsplätzen aufgezeigt, die die Gefahr gesundheitlicher Schäden drastisch erhöhen würden, heißt es in dem Bericht. Zudem seien die Arbeiter stets zu Überstunden verpflichtet worden. Die Verletzung der Arbeitsnormen sieht nach der Vereinbarung nun eine Strafe mit einem Tagessatz von 10.000 Reais (rund 3.800 Euro) vor. Des Weiteren verpflichtet sich die Firma dazu, Sitze an den Arbeitsplätzen einzurichten, Gymnastikprogramme und eine regelmäßige Ablösung der Arbeiter an Arbeitsplätzen mit starkem körperlichen Einsatz einzuführen.

Die Strafgelder kommen laut Vereinbarung der Feuerwehr des Landkreises Americana, der Landkreis in dem die Fabrik steht (100.000 Reais, rund 37.000 Euro), der Universität São Paulo (233.000 Reais, rund 88.000 Euro) und der Landesuniversität São Paulos zugute. Mit den Geldern sollen Forschungen zur Abwendung von Arbeitsunfällen finanziert werden.

Bereits im November letzten Jahres war das deutsche Unternehmen wegen Übertretungen der Arbeitszeiten und schlechten Arbeitsbedingungen zu Schmerzensgeldern verurteilt worden. (ms)