Die BRICS-Staaten gründen eine Bank. Hier die Präsidenten und der indische Premierminister beim letzten BRICS-Gipfel in Los Cabos, Mexiko. / Copyright: Planalto; Roberto
Die BRICS-Staaten gründen eine Bank. Hier die Präsidenten und der indische Premierminister beim letzten BRICS-Gipfel in Los Cabos, Mexiko. / Copyright: Planalto; Roberto

Die BRICS-Staaten gründen eine Bank. Hier die Präsidenten und der indische Premierminister beim BRICS-Gipfel in Los Cabos, Mexiko. / Copyright: Planalto; Roberto Stuckert Filho

Im südafrikanischen Durban verabschiedeten am gestrigen Montag (25.03.) Vertreter der fünf BRICS-Staaten die Gründung einer gemeinsamen Bank. Diese soll zukünftig finanzielle Mittel für die infrastrukturelle Entwickelung und nachhaltige Projekte in den Regionen der BRICS-Staaten sowie weiterer, sich entwickelnder Länder bereitstellen. Den Delegierten der BRICS zufolge solle sich die Bank erheblich von der Weltbank sowie dem Internationalen Währungsfond unterscheiden.

Der Generalsekretär der südafrikanischen Handelsunion, Zwelinzima Vavi, erklärte, dass die Bank die Entscheidungen in Einvernehmlichkeit aller Mitgliedsländer treffen werden. Zudem werde eine eigene Währung geschaffen. Ziel sei es, den Handel zwischen den Mitgliedern der BRIC weiter zu entwickeln.

Das Handelsvolumen innerhalb dieses Wirtschaftsblockes war im Jahr 2012 auf 282 Milliarden US-Dollar (circa 217 Milliarden Euro) angewachsen. Damit hat es sich in der letzen Dekade fast verzehnfacht. Im Jahr 2002 wies es noch ein Volumen von 27 Milliarden US-Dollar (damals rund 31 Milliarden Euro) auf. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2015 die Marke von 500 Milliarden US-Dollar (rund 385 Milliarden Euro) erreicht werde. Das Handelsvolumen Brasiliens innerhalb der BRICS betrug letztes Jahr 91 Milliarden US-Dollar (rund 70 Milliarden Euro), was im Zehnjahresvergleich einer Steigerung von 1000 Prozent entspricht.

Mit der Neugründung der Bank und der verstärkten Ausrichtung auf die BRICS sendet Brasilien indirekt auch ein Zeichen an seine südamerikanische Nachbarn und Partner im Mercosur sowie in der Bank des Südens, die 2007 auf Initiative von Hugo Chávez und seinem argentinischen Amtskollegen Néstor Kirchner gegründet wurde, um eine regionale Alternative zu Weltbank und IWF aufzubauen. Scheinbar rechnet Brasilien dem lateinamerikanischen Markt im Vergleich weniger Wachstumspotential zu. (ms)