Im vergangenen Jahr nahm die Stadt São Paulo 2600 Haitianer auf. / Copyright: Wikimedia Commons
Im vergangenen Jahr nahm die Stadt São Paulo 2600 Haitianer auf. / Copyright: Wikimedia Commons

Im vergangenen Jahr nahm die Stadt São Paulo 2600 Haitianer auf. / Copyright: Wikimedia Commons

Eine neue temporäre Zufluchtsstätte mit einer Kapazität für 120 Personen hat seine Türen in der Metropole São Paulo geöffnet, um Haitianer aufzunehmen. Die Einrichtung ist als Unterstützung der Kirche „Nossa Senhora da Paz“ in der Rua do Glicério im Zentrum gedacht, die Haitianer aufnimmt, seitdem die Unterkunft in Brasileia im Staat Acre Anfang des vergangenen Monats geschlossen worden ist.

Dem Pfarrer Paulo Parise zufolge, Direktor des Gemeinde-Zentrums für Migrationsstudien (Centro de Estudos Migratórios, kurz: CEM), befinden sich derzeit 70 Haitianer in der Obhut der Kirche. Seit des Problems in Brasileia haben mehr als 550 Haitianer in der Gemeinde Unterschlupf gefunden.

Der Raum der neuen Unterkunft, der einem Privatunternehmen gehört, wird als Notunterkunft dienen, denn die Vereinbarung zur Übertragung an die Stadtverwaltung ist auf drei Monate begrenzt. Nach Informationen des Bürgermeisters Fernando Haddad wurde die neue Zufluchtsstätte entsprechend einer Notunterkunft umgebaut und wird später dem Eigentümer zurückgegeben.

Der Bürgermeister erklärte, dass die Stadt keine Probleme mit der Aufnahme der Haitianer habe, man allerdings Vorsorge in Bezug auf die notwendigen Unterlagen treffen müsse. „Unser Problem ist nicht die Aufnahme an sich, die Herausforderung ist die Organisation im Vorfeld, damit die Menschen bei ihrer Ankunft über die richtigen Unterlagen verfügen, den Arbeitsausweis. Viele werden vor ihrer Ankunft in Brasilien überfallen und ausgeraubt und stehen so bei der Einreise ohne Papiere da.“

Haddad will zudem an diesem Dienstag mit Vertretern der Botschaft von Haiti in Brasilien über die Angelegenheit sprechen. „[Das Ziel ist es,] sicherzustellen, dass sie aus Acre ausreisen und schon im Besitz des Arbeitsausweises sind, oder dass es eine Stelle gibt, auch wenn es ein Außenposten der Botschaft ist, die die Unterlagen ausstellen kann“, sagte er.

Dem Bürgermeister zufolge haben die Haitianer eine unmittelbare Anstellung auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt – 400 der Menschen, die bislang angekommen sind, stehen bereits in einem Arbeitsverhältnis. „Da die Wirtschaft weiterhin stark ist, stellen die Unternehmen weiterhin ein“, erklärte er. „Im vergangenen Jahr hat die Stadt São Paulo 2600 Haitianer aufgenommen. Also ist es für uns nichts neues, Migranten zu empfangen. Eine Besonderheit war der starke Zustrom in den vergangenen Wochen.“ (ls)