Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff fordert von den privaten Banken Zinsreduzierungen / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff fordert von den privaten Banken Zinsreduzierungen / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Regierung hat den privaten Banken in Brasilien, die Darlehen mit extrem hohen Zinssätzen besteuern, den Kampf angesagt. Die Präsidentin Dilma Rousseff hat am Montagabend (30.04.), bei einer Gedenkfeier zum ersten Mai, eine Ansprache im nationalen Fernsehen und Radio an die Arbeiter gehalten, in der sie die Kunden von Krediten und anderen Darlehen dazu aufgerufen hat, bessere Zinskonditionen bei Finanzierungen zu verlangen.

Pünktlich zum Tag der Arbeit forderte Rousseff  darin auch die privaten Banken auf, ihre Zinsen zu reduzieren, es den staatlichen Banken, die schon Zinssenkung durchgesetzt haben, nachzutun und ließ keinen Zweifel daran, dass es untragbar sei, dass Brasilien weiterhin eine der höchsten Zinssätze der Welt verlange.

Brasilien, welches ein sehr gefestigtes und lukratives Finanzsystem habe, könne die hohen Zinsen nicht weiterhin beibehalten. Die nationale Wirtschaft könne nur dann voll wettbewerbsfähig sein, wenn sich die Zinssätze, an die auf dem internationalen Markt praktizierten Werte anglichen, so die Präsidentin.

Der Streit um die Zinsen hatte sich in den letzten Wochen zugespitzt, nachdem die beiden staatlichen Banken Banco do Brasil und Caixa Econômica Federal eine zweifache Zinssenkung durchgesetzt hatten, um die privaten Banken zum selbigen zu zwingen.

Der Aufruf der brasilianischen Präsidentin und ihrer Regierung baut auf einem längeren Streit mit den privaten Banken auf: die Regierung hält den großen Banken-Spread (Unterschied zwischen den bezahlten Zinsen bei der Einnahme von Ressourcen und den verlangten Zinsen bei Darlehen) für inakzeptabel.

Auch wenn die brasilianische Zentralbank (Banco Central) den Leitzins Selic auf neun Prozent herab gesetzt hat, so haben die Kosten für Ratenzahlungen, Kredite etc. diese Entwicklung nicht begleitet und vor allem nicht in der erhofften Geschwindigkeit, kritisiert die Regierung. (jv)