Präsidentin Dilma Rousseff bei dem Treffen mit den Gewerkschaften / Copyright: Agência Brasil

Präsidentin Dilma Rousseff bei dem Treffen mit den Gewerkschaften / Copyright: Agência Brasil

Nachdem die Gewerkschaften kritisierten, bei der Entwicklung des neuen Wirtschaftspaketes „größeres Brasilien“ (Brasil Maior) nicht involviert gewesen zu sein, wurden sie gestern (04.08.) von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff nach Brasília eingeladen, um über die neuen Maßnahmen im Bereich der Industriepolitik zu diskutieren.

Der Präsident der Gewerkschaftlichen Kraft (Força Sindical), Paulo Pereira, erklärte dass die Neuerungen der Industriepolitik nicht die Interessen der Arbeiter berücksichtige. Trotzdem befand er das Klima zwischen der Regierung und den Gewerkschaften als gut. Pereira zufolge war eine der gestellten Forderungen eine Quote für nationale Produktionsmittel, die in den einzelnen Prozessen der industriellen Produktion verwendet werden. Weiterhin verlangten die Vertreter der Arbeiterverbände die Gründung sektoraler Arbeitsgruppen, in denen die jeweiligen Bedürfnisse jeder Produktionskette individuell erörtert werden. Diese sollten gleichberechtigt mit Arbeitern, Unternehmern und Vertretern der Regierung besetzt sein.

Der Finanzvorstand der Vereinigten Arbeiterzentrale (Central Única dos Trabalhadores, kurz: CUT), Vagner Freitas, wies auf eine Maßnahme hin, die ihm Sorgen bereite. Diese beträfe die Neuerung, dass die Entgeltabrechnungen von Beschäftigten in den Bereichen Möbelproduktion, Entwicklung von Computerprogrammen und in der Schuh- und Textilindustrie zukünftig steuerlich befreit werden sollen. Freitas forderte, dass dieser Profit nicht in den Taschen der Unternehmen lande, sondern Arbeitsplätze schaffe und in die Entwicklung der Industrie investiert werde. Das Wichtigste sei für ihn aber, dass die Präsidentin die Gewerkschaften eingeladen und bekräftigt habe, dass der offene Dialog zwischen Gewerkschaft und Regierung bestehen bleibe. (gp)