Der Weinsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige In Mato Grosso do Sul. / Copyright: Eugenio Hansen, OFS, Wikimedia Commons
Der Weinsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige In Mato Grosso do Sul. / Copyright: Eugenio Hansen, OFS, Wikimedia Commons

Der Weinsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Rio Grande do Sul. / Copyright: Eugenio Hansen, OFS, Wikimedia Commons

Präsidentin Dilma Rousseff nutzte ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier zum 30. Weinfest in Caixas do Sul (Rio Grande do Sul) am vergangenen Donnerstag (20. Februar), um Hilfen für den Weinsektor anzukündigen, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Region. Zum einen ging es um eine Anhebung des Mindestpreises für Weintrauben um zehn Prozent für den Produzenten, auf 0,63 Reais pro Kilo. Zum anderen um die Unterzeichnung eines Erlasses zum Weingesetz, den der Sektor nun bereits seit mindestens zwei Jahren forderte, wie die Zeitung Valor Econômico berichtete. „Nur wenige Gelegenheiten eignen sich so gut, um die Verpflichtung meiner Regierung gegenüber den Produkten der Weinindustrie Brasiliens und der Wirtschaft von Caixas und der umliegenden Region zu bestärken wie das nationale Weinfest“, sagte die Präsidentin. Sie hob hervor, dass die landwirtschaftlichen Familienbetriebe für mehr als 90 Prozent der Weinernte in Brasilien verantwortlich seien.

Der Präsidentin zufolge ist die Anpassung des Mindestpreises in der Ausgabe vom „Diário Oficial da União“ (DOU) vom vergangenen Donnerstag veröffentlicht. Der Preis war vor drei Jahren auf 0,57 Reais pro Kilo festgesetzt worden, wobei die Produzenten einen Preis von 0,72 Reais verlangt hatten oder eine Anhebung um 14,3 Prozent über dem angekündigten Wert. Auch der Erlass über das neue Weingesetz, der die brasilianischen Vorschriften zur Erzeugung, Normierung, zum Pflanzenschutzsystem und zur Überwachung der Standards auch in anderen Ländern des Mercosul begleitet, werde bereits am heutigen Freitag im DOU veröffentlicht sein. „Ihr habt eine Präsidentin als Partnerin der Landwirtschaft und Industrie in dieser Region“, bekräftigte Rousseff. Sie versprach weiter Unterstützung für die Landwirte durch die Regierung, wie „die Erweiterung des Kreditvolumens“ für den Weinindustrie, die Finanzierungslinien für Landwirtschaftsbetriebe in Familienhand über das Ponaf-Programm sowie subventionierte Kredit über das Programm für den Ausbau von Investitionen (Programa de Sustentação do Investimento, kurz: PSI).

Die Präsidentin erinnerte auch an die Bevorzugung von Produkten aus heimischer Herstellung beim Wareneinkauf durch den Staat und bei den Finanzierungen des Ernteplans, inklusive Maschinen und landwirtschaftlichen Geräten, Schulbussen und Fahrzeugen für die Streitkräfte. Rio Grande do Sul ist die Heimat verschiedener Unternehmen, die diese Art von Geräten herstellen, wie Marcopolo, Agrale und die lokalen Tochtergesellschaften er amerikanischen Hersteller AGCO und John Deere. „Wir wollen die staatliche Beschaffungspolitik immer wieder ein Stück weiterentwickeln, um neue Technologien und Errungenschaften aufzunehmen“, so die Präsidentin. (ls)