Brasiguayos, in der Grenzregion Brasilien-Paraguay auf paraguayischem Boden lebende Brasilianer / Copyright: Agência Brasil

Brasiguayos, in der Grenzregion Brasilien-Paraguay auf paraguayischem Boden lebende Brasilianer / Copyright: Agência Brasil

Der Sekretär für Internationale Angelegenheiten von Foz do Iguaçu (Bundesstaat Paraná), Sérgio Lobato Machado, appellierte gestern (08.02.) an die brasilianischen Parlamentarier, dass diese direkt in die Konfliktlösung der Problematik der sogenannten Brasiguayos eingreifen sollen, deren Situation als sehr schwierig eingeschätzt wird. Die Brasiguayos sind brasilianische Siedler, die sich in der Grenzregion Brasilien-Paraguay auf paraguayischem Boden niedergelassen haben und vorwiegend Bauern sind.

Bereits seit dem 23. Januar gibt es Konflikte zwischen diesen brasilianischen Siedlern und den paraguayischen Landlosen der Region Santa Rosa del Monday (im Alto Paraná), die die Brasilianer von ihrem Land vertreiben wollen. Die Landlosen vertreten immer noch den Standpunkt, dass die Brasilianer auf illegale Weise das Land besiedelt hätten. Die Landlosen machen geltend, dass die Ländereien einer Agrarreform unterzogen werden müssten.

„350.000 Brasilianer leben in Paraguay, einige bereits seit 50 Jahren. Sie transformierten das Land in eine der weltweit wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete und jetzt werden sie vertrieben“, so Machado, der vorgestern in Paraguay die Situation einschätzte. „Sie brauchen die Unterstützung der brasilianischen Regierung. Ich mache deshalb einen Aufruf, damit alle wissen, wie schwerwiegend die Situation ist.“

Anfang der Woche hatte der Präsident Paraguays, Fernando Lugo, mitgeteilt, dass er Gewaltakte ablehne und die Gerechtigkeit selbst in die Hand nähme. Er wies die Polizei an, in der Grenzregion für Ordnung zu sorgen.

Der brasilianische Senat könnte eine externe Kommission ins Leben rufen, um Unterstützung der Brasiguayos zu leisten. (ds)