Das Hauptgebäude des UN-AIDS-Programms Unaids in Genf. Gestern wurde ein neuer Bericht vorgelegt. In Brasilien stieg die rate der Neuinfektionen. / Copyright: WikiCommons Autor Thorkild Tylleskar
Das Hauptgebäude des UN-AIDS-Programms Unaids in Genf. Gestern wurde ein neuer Bericht vorgelegt. In Brasilien stieg die rate der Neuinfektionen. / Copyright: WikiCommons Autor Thorkild Tylleskar

Das Hauptgebäude des UN-AIDS-Programms Unaids in Genf. Laut eines neuen Berichts stieg die Rate der Neuinfektionen in Brasilien stark an. / Copyright: Wikimedia Commons, Thorkild Tylleskar

In Brasilien sind Ansteckungen mit HIV im vergangenen Jahrzehnt dramatisch gestiegen. Laut eines Berichts des Programms der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, Unaids (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) vom vergangenen Mittwoch (16.7.) ist die Rate der Infektionen mit dem Virus zwischen 2005 und 2013 um elf Prozent gestiegen. Wiederum ist die Zahl der Ansteckungen im gleichen Zeitraum in Lateinamerika insgesamt um drei Prozent gesunken. Durchschnittlich sind dies allerdings noch immer neun Infektionen pro Stunde, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil schreibt.

Schätzungen des Unaids gehen davon aus, dass in Lateinamerika circa 1,6 Millionen Menschen mit dem Virus leben. Der Großteil davon, rund 75 Prozent wiederum, konzentriert sich auf die fünf Länder Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Venezuela. Während die Zahl der Infektionen in Brasilien gestiegen ist, registrierten Mexiko und Peru Rückgänge von 39 Prozent beziehungsweise 26 Prozent. Allein im vergangenen Jahr sind 47 Prozent aller Fälle von Ansteckungen in Lateinamerika auf Brasilien entfallen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Laut dem Unaids-Bericht sind sozial stigmatisierte Gruppen besonders von einer Neuansteckung gefährdet. Insbesondere Transgender, homosexuelle Männer, männliche und weibliche Sexarbeiterinnen, deren Klienten und Drogenkonsumenten machten einen hohen Anteil der Infizierten aus. Diese Gruppen sind dem UN-Programm zufolge besonderer Stigmatisierung, Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Dies erschwere zudem den Zugang zu Prävention, Behandlung und zu Hilfe. Dabei ereigneten sich ein Drittel der Neuinfektionen bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Gleichzeitig ist Lateinamerika weltweit die Region mit der besten Versorgungsrate. Rund 45 Prozent der betroffenen 1,6 Millionen haben Zugang zu einer Therapie. Der Unterschied zwischen Brasilien (40 Prozent) und Bolivien (20 Prozent) ist jedoch groß. (ms)