Geringe Niederschläge haben die Wasserreserven mancher Stauseen auf ein Niveau von 19 Prozent sinken lassen. / Copyright: Agência Brasil
Geringe Niederschläge haben die Wasserreserven mancher Stauseen auf ein Niveau von 19 Prozent sinken lassen. / Copyright: Agência Brasil

Geringe Niederschläge haben die Wasserreserven mancher Stauseen auf ein Niveau von 19 Prozent sinken lassen. / Copyright: Agência Brasil

Die anhaltende Dürrephase in diesem und dem vergangenen Sommer könnten den brasilianischen Endverbraucher durch eine Explosion der Energiekosten stark belasten. Wie die Tageszeitung Folha de S.Paulo in ihrer Wochenendausgabe berichtet, sei davon auszugehen, dass es in den kommenden fünf Jahren zu einer Anhebung der Energiekosten um 20 Prozent kommen wird.

Aufgrund des geringen Niederschlags in diesem Sommer ist ein Großteil der brasilianischen Staudämme ohne ausreichende Wasservorräte. In einigen Stauseen liegt der Pegel nur noch bei 19 Prozent der Kapazitäten. Dabei gilt die Unterschreitung der 20-Prozentmarke laut der staatlichen Energiebehörde (Agência Nacional de Energia Elétrica, kurz: Aneel) als „extrem kritisch“. Aus diesem Grund wurden wie im vergangenen Jahr auch Kraftwerke auf Gas- und Erdölbasis hochgefahren, um Energie zu gewinnen. Diese Energiequellen sind jedoch bedeutend teurer. Die Mehrkosten sollten jeweils zur Hälfte durch den Endverbraucher und durch einen Zuschuss des Bundes getragen werden. Wie Folha berichtet, betrugen diese Kosten 2013 fast zehn Milliarden Reais (circa drei Milliarden Euro). In diesem Jahr werden die Ausgaben noch höher liegen. Schätzungen zufolge schlägt sich jede Milliarde Reais mehr in einer Erhöhung der Energiekosten um einen Prozent nieder.

Bisher sprach die Regierung aber nur von einer Preiserhöhung von 4,6 Prozent. Um eine Preisexplosion zu verhindern, plant die Regierung die Mehrkosten auf die kommenden Jahre zu verteilen und so die Belastung der Endverbraucher gering zu halten. Dieser Plan wiederum birgt die Gefahr, dass sich eine massive Preiserhöhung dadurch nur aufschiebt. Schließlich wurden die Kosten des vergangenen Jahres noch nicht auf die Stromrechnungen umgelegt und addieren sich zu denen von 2014.

Wie Folha einen Mitarbeiter der Regierung zitiert, ist es das Ziel, politischen Schaden von Präsidentin Dilma Rousseff abzuhalten, da in diesem Jahr Präsidentschaftswahlen sind. Rousseff war mit dem Versprechen angetreten, insbesondere die Energiekosten zu senken. Im Jahr 2012 hatte sie verkündet, die Stromkosten um 20 Prozent senken zu wollen. Bei den derzeitigen Trockenperioden scheint das Gegenteil der Fall. (ms)