Der Berater Mario Veiga geht von anderen Faktoren als Ursache aus. / Copyright: Wikimedia Commons, OS2Warp

Das Problem der Stromknappheit in Brasilien ist nicht durch die schwere Dürre verursacht worden, davon ist der Präsident des Beratungshauses PSR, Mario Veiga, überzeugt. Der gelernte Elektrotechniker arbeitete bereits als Berater für das Ministerum für Bergbau und Energie, den nationalen Betreiber des Stromnetzes (ONS) und die nationale Energie-Agentur Aneel. PSR beschäftigt sich mit dem Energiesektor in 60 verschiedenen Ländern.

Laut Veiga kann man das niedrige Wasserniveau der Reservoirs vor allem im Bundesstaat São Paulo nicht auf die große Dürreperiode zurückführen. „Wenn man die Regenmenge in den Zeiträumen 2012, 2013 und 2014 zusammenrechnet, in denen die Reservoirs zuerst voll und am Ende fast leer waren, handelte es sich nur um die 16. schlimmste Dürre in den vergangenen 80 Jahren.“

So seien andere Faktoren verantwortlich für die aktuelle Situation wie Schwierigkeiten im Übertragungssystem und bei der Ausstattung. „Diese Faktoren haben zum Entleeren der Reservoirs geführt”, so der Berater. Um Probleme bei der Energieversorgung zu vermeiden, seien Wasserkraft- und thermoelektrische Werke eingeschaltet worden. Dies hätte zu der Erhöhung der Tarife um ganze 42 Prozent für die Endverbraucher geführt. Derzeit besteht laut Veiga aktuell keine Gefahr eines Stromausfalls, da die Nachfrage im Jahr 2015 zurückgegangen sei.

Die Situation verbessert sich langsam, so der Experte, mit dem Austausch zwischen der Regierung und dem Energiesektor. In der vergangenen Woche kündigte die Regierung Investitionen in Höhe von 186 Milliarden Reais für Energieprojekte an. (ls)

Quelle: Agência Brasil