Die Dunkelziffer bei Geburten und damit die nicht registrierten Personen ist in Brasilien bei der indigenen Bevölkerung besonders hoch / Copyright: Agência Brasil
Die Dunkelziffer bei Geburten und damit die nicht registrierten Personen sind in Brasilien bei der indigenen Bevölkerung besonders hoch / Copyright: Agência Brasil

Die Dunkelziffer bei Geburten und damit die nicht registrierten Personen sind in Brasilien bei der indigenen Bevölkerung besonders hoch. / Copyright: Agência Brasil

Heute wird das brasilianische Sekretariat für Menschenrechte SDH (Secretaria de Direitos Humanos da Presidência da República) in der Hauptstadt Brasília eine neue Kampagne starten, um die Dunkelziffer bei Geburten im Land zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Verband für Indigene FUNAI und dem Bildungsministerium wird das SDH die Personen aufsuchen, die noch keine Geburtsurkunde haben und nicht registriert sind.

Um die Hauptgemeinden ausfindig zu machen, benutzte das SDH Daten des brasilianischen Instituts für Georgrafie und Statistik IBGE. Dabei konnten 150 Gemeinden identifiziert werden. Der Leiter der Kampagne Marco Antônio Juliatto betonte, dass man diese Zahl halbieren wolle. Des Weiteren erklärte er, dass es vor allem die indigene Bevölkerung betrifft, bei denen die Dunkelziffer der Geburten sehr hoch ist, sodass verstärkt mit dem FUNAI zusammengearbeitet werden muss.

Dabei soll ein Register für diesen Teil der Bevölkerung aufgestellt werden. Die Bundesstaaten Santa Catarina, Mato Grosso do Sul, Amazonas und Roraima werden prioritär behandelt. Das Projekt umfasst die Aufstellung spezieller Büros, die sich um diese Arbeit kümmern, die Verteilung von Flyern und Infobroschüren sowie die aktive Suche nach den Personen, die noch nicht registriert sind. Insgesamt werden 670.000 Reais in das Vorhaben investiert. Bei der nächsten Demografiestudie Ende 2015 erhofft man sich damit, auf eine Dunkelziffer unter fünf Prozent zu kommen.

Eine weitere Maßnahme, die mit Hilfe des Bildungsministeriums geplant ist, ist die Suche nach Kindern, die nicht im Grundbildungssystem registriert sind. Dabei will man direkt die Familien ansprechen und auch an die Schulen gehen. (ds)