Die brasilianische Entwicklungsbank, BNDES, befreit sich durch den Verkauf von Firmenanteilen an E.ON auch von Schulden in Höhe von Milliarden Euro. Copyright Courtesy
Die brasilianische Entwicklungsbank, BNDES, befreit sich durch den Verkauf von Firmenanteilen an E.ON auch von Schulden in Höhe von Milliarden Euro. / Copyright: Courtesy

Die brasilianische Entwicklungsbank, BNDES, befreit sich durch den Verkauf von Firmenanteilen an E.ON auch von Schulden in Höhe von Milliarden Euro. / Copyright: Courtesy

Durch den Verkauf großer Anteile des brasilianischen Energieunternehmens MPX Energia an den deutschen Energiekonzern E.ON durch die brasilianische Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) befreit sich diese gleichzeitig von Schulden in Höhe von vier Milliarden Reais (circa 1,3 Milliarden Euro). Die zum verschuldeten EPX-Konzern des Magnaten Eike Batista gehörende MPX wurde Ende Mai 2013 für rund 1,4 Milliarden Reais (rund 510 Millionen Euro) an E.ON verkauft (BrasilNews berichtete, 31.05.2013).

Wie die brasilianische Tageszeitung Folha de São Paulo jetzt exklusiv berichtet, übernahm E.ON bei dem Geschäft die Schulden von vier Milliarden Reais. Dies entspricht ungefähr 66 Prozent der Gesamtschulden in Höhe von sechs Milliarden Reais (circa 1,9 Milliarden Euro), die die brasilianische Entwicklungsbank als Treuhandgesellschaft des überschuldeten EPX-Konzerns verwaltet. Nach einem trüben Europageschäft der letzten zwei Jahre bietet sich dem E.ON-Konzern dies als vorzügliche Möglichkeit zur Abschreibung an.

Die Gesamtschulden von EPX belaufen sich jedoch auf rund zehn Milliarden Reais (etwa 3,2 Milliarden Euro). Derzeit versucht die BNDES die Laufzeiten der Schuldenfristen zu verlängern oder die Höhe neu zu verhandeln. Ziel ist es, ähnlich wie im Fall des Verkaufs von EPX, Käufer für die verschuldeten Teilunternehmen des Konzerns zu finden. Es sei für die Gläubiger besser, der Rückzahlung mehr Zeit einzuräumen, als die Firma pleite gehen zu lassen und gar kein Geld zu bekommen, wie Eduardo Coutinho, Dozent an der Wirtschaftsuniversität Ibmec, das Vorgehen der BNDES erläutert. (ms)