Die Anwältin Rosa Maria Cardoso da Cunha ist eins der sieben Mitglieder der Nationalen Wahrheitskommission / Copyright: Agência Brasil
Die Anwältin Rosa Maria Cardoso da Cunha ist eins der sieben Mitglieder der Nationalen Wahrheitskommission / Copyright: Agência Brasil

Die Anwältin Rosa Maria Cardoso da Cunha ist eins der sieben Mitglieder der Nationalen Wahrheitskommission / Copyright: Agência Brasil

Die nationale Wahrheitskommission (Comissão Nacional da Verdade) Brasiliens, die Verbrechen aufklären soll, die während der Militärdiktatur 1964 – 1985 verübt worden sind, gab bekannt, eine eigene Website zu erstellen, um über die Untersuchungen und Fortschritte berichten zu können. Eine provisorische Version wird bereits in den nächsten zehn Tagen entstehen.

Rosa Maria Cardoso da Cunha, eine der sieben Mitglieder der Wahrheitskommission, teilte mit, dass man durch die Website eine Plattform schaffen wolle, über die jeder Interessierte an der Arbeit der Kommission teilhaben könne. Natürlich würden geheime Aussagen, die während der Untersuchungen gemacht werden, weiterhin vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht, so die Anwältin. Jeder, der im Rahmen der Wahrheitskommission befragt wird, könne selbst entscheiden, ob seine Aussage im Internet zu sehen sein wird oder nicht, versichert Cardoso da Cunha. Der vertrauliche Umgang mit Daten und Berichten sei die Basis der Ermittlung der Kommission.

Neben der Website will die Wahrheitskommission auch die Zusammenarbeit mit der Presse vereinfachen. Dazu wird in den nächsten Tagen im Rahmen einer Medienberatung darüber diskutiert, wie man Journalisten den Zugang zu Informationen über laufende Verfahren ermöglichen kann, ohne die Vertraulichkeit zu verletzen.

In den kommenden Tagen trifft sich die Nationale Wahrheitskommission mit Repräsentanten verschiedener Wahrheits- und Erinnerungskomitees aus ganz Brasilien. Diese Gruppen gibt es bereits seit den 80er Jahren und bestehen zum Großteil aus verfolgten Politikern und Familienangehörigen von Ermordeten oder Verschwundenen. Die Komitees seien gut organisiert und arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Aufklärung vieler Verbrechen, erklärt die Anwältin. Die Kommission wolle wissen, wie sie arbeiten und eventuell eine Zusammenarbeit ermöglichen.

Bei der nächsten offiziellen Versammlung der Nationalen Wahrheitskommission am kommenden Montag (9.7.) soll es unter anderem darum gehen, wie mit Aussagen von Journalisten und Historikern umgegangen werden soll, die während der Militärdiktatur Studien durchgeführt haben und so eine Vielzahl an wichtigen Dokumenten angesammelt haben, die zur Aufklärung vieler Verbrechen dienen könnten. (sg)