/ Copyright: Wikimedia Commons, JuergenL

Die Stilllegung vieler Bausstellen in Brasilien hat in den vergangenen Monaten zu Massenentlassungen in der Baubranche geführt. Eine Begutachtung der Lage durch die Kommission für öffentliche Bauarbeiten (COP) der brasilianischen Kammer der Bauindustrie (CBIC) unter seinen Mitgliedern ergab, dass 68 Prozent der Baumaßnahmen nur schleppend oder gar nicht mehr vorangehen. Dabei erstrecken sich die 52 Maßnahmen über alle Bereiche von Restauration bis Straßenpflasterung, über Brückenaufbereitung, Ausbau von Schienen, Bau von öffentlichen Gebäuden, Schulen und Grundsanierungsmaßnahmen.

„Ich erinnere mich nicht in den vergangenen 30 Jahren eine solche Situation erlebt zu haben“, sagt der Direktor des Unternehmerverbands für öffentliche Bauarbeiten von São Paulo (Apeop), Carlos Eduardo L. Jorge. Die Folgen der Wirtschaftskrise haben eine so gewaltige Geschwindigkeit aufgenommen, dass sie die Branche ohne Zielrichtung darstehen lässt. Zwischen dem vergangenen Jahr bis heute wurde ein Drittel der Arbeitskräfte entlassen, oder anders gesagt 700.000 Arbeiter haben ihren Job verloren. „Das schlimme ist, dass die Aussichten nicht besser sind. Weitere Arbeiten werden in den kommenden Monaten zum Stillstand kommen.“

Neben den Ermittlungen rund um den Petrobras-Korruptionsskandal, die die finanzielle Kraft einiger Unternehmen beeinträchtigt, ist der Grund für die Stilllegungen der Bausstellen die Haushaltskonsolidierung der Regierung, schreibt der Estado de S.Paulo. Zudem beklagt die Branche verspätete Bezahlungen für abgeschlossene Bauarbeiten und so fehlende Mittel, um andere Baumaßnahmen weiter zu führen. (ls)

Quelle: Estadão