Die neue Genbank des EMBRAPA befindet sich in der brasilianischen Hauptstadt Brasília / Copyright: Agência Brasil
Die neue Genbank des EMBRAPA befindet sich in der brasilianischen Hauptstadt Brasília / Copyright: Agência Brasil

Die neue Genbank des EMBRAPA befindet sich in der brasilianischen Hauptstadt Brasília. / Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Unternehmen für Agrarforschung EMBRAPA (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária) hat am vergangenen Donnerstag (24.04.) die größte Genbank in Lateinamerika eröffnet. Im neuen Zentrum werden Sammlungen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen des Labors der EMBRAPA für Gen- und Biotechnologie in der Hauptstadt Brasília zusammengetragen. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit der brasilianischen Bevölkerung zu garantieren.

In der alten Genbank des EMBRAPA gab es bereits mehr als 124.000 Samenproben, bis zu 250.000 hätten darin gelagert werden können. Mit dem neuen Zentrum wird diese Kapazität verdreifacht und stiegt damit auf 750.000 Samenproben, was Brasilien auf den dritten Platz der Länder mit den größten genetischen Sammlungen weltweit hinter den Vereinigten Staaten und China hebt.

Der Präsident des EMBRAPA Maurício Antônio Lopes erklärt, dass die genetischen Ressourcen als Basis zur Landwirtschaftsentwicklung dienen und dass das Unternehmen seit Beginn seiner Arbeit in der Forschung tätig ist. „Die Sammlung, Konservierung, Wertschöpfung und Nutzung des genetischen Materials erlaubte uns, in den vergangenen 40 Jahren einen enormen Sprung in der Landwirtschaft zu machen.“  Er fügte hinzu, dass ein Großteil der angebauten Samen aus dem Ausland kommt, wie zum Beispiel Soja aus China, Zuckerrohr aus Indien und Mais aus Mexiko. Dabei habe sich die Arbeit des EMBRAPA mit der Stärkung dieser Kulturen konzentriert.

Auch für die Zukunft rechnet Lopes der Arbeit des Zentrums eine große Bedeutung für die Ernährungsabsicherung zu, denn er sieht große Herausforderungen im Klimawandel, mit beispielsweise stärkeren Hitzeperioden oder Überschwemmungen. Eine weitere Aufgabe für das Zentrum ist laut Mauro Carneiros, Generalschef des Labors der EMBRAPA für Gen- und Biotechnologie, neben der Lagerung den Schutz vor Schädlingsbefall zu verbessern. Das Labor will deshalb präventive Maßnahmen entwickeln, um im Fall eines Befalls schnell reagieren zu können. (ds)