Die Rizinuspflanze mit Blüte für die Produktion von Biokraftstoff / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Llez

Die Rizinuspflanze mit Blüte für die Produktion von Biokraftstoff / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Llez

Das brasilianische Unternehmen für Agrarforschung (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária, kurz Embrapa) will in 2012 die Agrarwirtschaft Brasiliens mit wissenschaftlicher Forschung dahingehend unterstützen, dass eine grünere Agrarwirtschaft entstehen kann. Dieser neue Weg der Embrapa ist in so weit bemerkenswert, als dass sie in der Vergangenheit vor allem mit Studien um die Vorteile genveränderter Agrarprodukte in Verbindung gebracht geworden ist. Auch haben die Studien der Embrapa ihren Anteil an der Ausweitung der agroindustriellen Produktion von Biokraftstoffen in Brasilien. Die Diskussion um die Neuausrichtung der Forschung von Embrapa hat nun zum Ziel, die gesetzten Ziele der Nachhaltigkeit der Regierung Rousseff wissenschaftlich zu begleiten.

Für den Vorsitzenden der Embrapa, Pedro Arraes, ist die Produktion von Biokraftstoffen derzeit im Zentrum des Interesses. Allerdings warnte Pedro Arraes auch vor Projekten zur Produktion von Biokraftstoffen, die von der Regierung zu schnell und ohne Begleitung auf den Weg gebracht werden. Das angestossene Programm zur Produktion von Biokraftstoff aus Rizinus und Pinienkernöl in den trockenen Gebieten des Nordostens ist ein Beispiel hierfür. Es wurden große Flächen von Rizinus angepflanzt und auch viele Kleinbauern ließen sich dazu überreden, ebenso auf Rizinus umzusteigen. Es gab aber weder die notwendigen Informationen über die Ernteverfahren, noch gab es eine Qualitätskontrolle für das produzierte Öl, so Pedro Arraes. Letztlich wurden viele der neu gepflanzten Gebiete wieder durch die Produzenten aufgegeben, da die Begleitung durch eine entsprechende Infrastruktur fehlte.

Die Embrapa arbeitet derzeit an einem Programm zur Produktion von Dendê, einem typischen Palmöl aus dem Nordosten, welches auch in der brasilianischen Küche Verwendung findet. Da Dendê bereits im Nordosten Brasiliens erfolgreich seit Jahrzehnten angebaut wird, konzentriert sich die Embrapa in der Forschung auf bessere Qualität und Möglichkeiten der Produktivitätssteigerung mit dieser Ölpflanze. Bei Dendê gäbe es bereits eine notwendige Infrastruktur, wie beispielsweise vertraglich gebundene Abnehmer des produzierten Öls. (mas)