Der Energieminister Brasiliens Eduardo Braga bezieht zur aktuellen Krisensituation in der Energiewirtschaft des Landes Stellung. / Copyright: Agência Brasil
Der Energieminister Brasiliens Eduardo Braga bezieht zur aktuellen Krisensituation in der Energiewirtschaft des Landes Stellung. / Copyright: Agência Brasil

Der Energieminister Brasiliens Eduardo Braga bezieht zur aktuellen Krisensituation in der Energiewirtschaft des Landes Stellung. / Copyright: Agência Brasil

Wenn die Wasserreservoirs der Wasserkraftwerke auf einen Stand von unter zehn Prozent sinken, kann Brasilien „ernsthafte Probleme“ bekommen. Das bestätigte am Donnerstag (22.1) der Minister für Bergbau und Energie, Eduardo Braga. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass die Regierung auch die „nötigen Maßnahmen“ ergreifen würde, was auch eine Rationalisierung von Trinkwasser bedeuten könnte. Derzeit beträgt der Wasserstand der Reservoirs im Südosten und Zentral-Osten 17,43 Prozent, im Norden 17,18 Prozent.

„Wenn wir den heutigen Stand halten können, haben Energie, um Brasilien zu versorgen. Aber es ist offensichtlich, wenn wir noch weniger Wasser zur Verfügung haben und unter das Limit von zehn Prozent rutschen, dass wir vor einem Szenario stehen, das noch nie in auch nur einer Modellrechnung vorhergesagt wurde“, so Braga. Dem Minister zufolge wurde die Zehn-Prozent-Grenze vom Zentrum für Energieforschung (Cepel) für den Betrieb von Wasserkraftwerken festgelegt. „Ab da werden wir gravierende Probleme haben, aber noch sind wir davon weit entfernt.“

Momentan erlebe das Land zwar eine schlechtere Situation als 2001, als es schon einmal eine Rationierung der Energie in Brasilien gab. Laut Braga überwache die Regierung den Verbrauch der Energie aber und könne dabei keinen erneute Spitzennachfrage feststellen, weil die Temperatur sich abmildern würde, was gleichzeitig zu einer Senkung der Kosten führen würde. Er glaubt zudem, dass die Brasilianer ihren Energieverbrauch noch weiter reduzieren können.

„Wir hoffen, dass die brasilianische Gesellschaft, die immer wusste, wie sie sich um ihre Wirtschaft zu kümmern hatte, für sich den nötigen Verbrauch festlegen wird, weil es auch einen Preis für diesen Verbrauch gibt. Braga reduzierte den Energieimport aus Argentinien in den vergangenen zwei Tage. Als Erklärung für die Importe sagte er, dass es nicht an Energie im eigenen Land gefehlt habe. Im Nordosten des Landes sei genug Energie vorhanden gewesen, jedoch habe es keine Möglichkeit gegeben, diese Energie in die anderen Regionen des Landes zu transportieren. (ls)

Quelle: Agência Brasil