General Motors und Mercedes-Benz reagieren mit Massenentlassungen auf anhaltende Absatzflaute in Brasilien. / Copyright: Agência Brasil General Motors gibt Chevrolet den Vortritt auf brasilianischen Automobilmarkt / Copyright: Agência Brasil

Die beiden großen Autohersteller General Motors und Mercedes-Benz haben für ihre Fabriken im Bundesstaat São Paulo Entlassungen in größerem Umfang angekündigt. Damit reagieren die beiden Autokonzerne auf den seit 2013 sinkenden Absatz von Fahrzeugen. Die Gewerkschaft der Metallarbeiter (Sindicato dos Metalúrgicos) hat für den Montag (10.8.) erste Streiks ausgerufen, um gegen die Entlassungen zu protestieren.

Am Samstag (8.8.) hätten Hunderte von Angestellten beim US-Automobilhersteller General Motors (GM) in São José dos Campos Nachricht von ihrer Entlassung erhalten, berichtete die Online-Ausgabe des Valor Econômico. Laut Gewerkschaft herrsche noch keine Klarheit über die genaue Anzahl der Entlassungen. Die Gewerkschaft kündigte Streiks gegen die Entscheidung der Betriebsleitung an.

Bereits zu Monatsbeginn hatte GM zwischen 400 und 500 Angestellte in ihrer Produktionsstätte in São Caetano do Sul, südlich von São Paulo, entlassen.

Gleichzeitig informierte der deutsche Autohersteller Mercedes-Benz vergangenen Freitag die Gewerkschaft der Metallarbeiter darüber, keine Möglichkeiten mehr zu haben, den Überschuss an Arbeitskraft zu verwalten und werde aus diesem Grund einen großen Teil der Belegschaft entlassen müssen, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet. Dabei stünden die Arbeitsplätze von 2.000 Personen auf dem Spiel. Dies seien 20 Prozent der Belegschaft.

In Folge der geringen Absatzzahlen auf dem Automarkt sind 40 Prozent der Belegschaft seit Monaten nur noch in Teilzeit und Zwangsurlaub beschäftigt. Seit Mitte Juli fährt der deutsche Autohersteller in seiner Produktionsstätte südlich von São Paulo ein Programm der freiwilligen Kündigung. Bis zu 65.000 Reais (rund 17.000 Euro) würden als Ausgleich gezahlt. Das Interesse an dem Programm ist jedoch sehr gering gewesen, wie die Zeitung schreibt.

In Brasilien ist der Binnenmarkt für Autos allein in diesem Jahr um 21 Prozent gesunken. Die Produktion ist dadurch auf das niedrigste Niveau seit 2006 gefallen. Seit November 2013 sind infolgedessen 23.900 Stellen gestrichen worden. (ms)

Quelle: Valor Econômico