Mitarbeiter streiken gegen die Entscheidung vor dem Werk in São Bernardo do Campo. / Copyright: Wikimedia Commons, Jochen Jansen

Rund 300 entlassene Arbeiter von Mercedes-Benz in São Bernardo do Campo, São Paulo, haben ihr Lager vor dem Werk aufgeschlagen, um gegen die Entlassung der 500 von insgesamt 715 Mitarbeitern zu protestieren. Diese befanden sich zuvor im sogenannten lay-off, einer Aussetzung des Arbeitsvertrags für bestimmte Zeit.

Die Demonstranten sind in drei Schichten organisiert und haben zwölf Zelte aufgestellt. 7000 Arbeiter des Werkes befinden sich derzeit im Zwangsurlaub, insgesamt arbeiten dort 10.500 Leute. Die Fabrik stellt Lkw, Fahrgestelle für Busse und Motoren her. Die Angestellten, die noch im Zwangsurlaub sind, sollen voraussichtlich am Montag (15.06) ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Der Geral-Koordinator des gewerkschaftlichen Komitees der Arbeiter, vernetzt mit der Gewerkschaft der Metaller, Angelo Máximo de Oliveira Pinho, bekannt als Max, hob hervor, dass die Entlassungen nicht nur die Arbeiter und ihre Familien betreffen, sondern den gesamten Handel, der von den Arbeitern abhänge. „Das ist eine Massenentlassung, und wir wollen mit der Gesellschaft in Dialog treten, um um ihre Solidarität zu bitten, sowie mit dem Unternehmen, damit sie merken, welche Verantwortung sie mit jeder einzelnen Entlassung tragen.“

Trotz der Begründung des Unternehmens zur Maßnahme seien die Entlassungen laut Max nicht zu erwarten gewesen und alle Verhandlungen mit Mercedes-Benz seien darum gegangen, Alternativen zu finden, um die Krise zu umgehen. „Das Unternehmen begann zu argumentieren, dass die einzige Lösung die Entlassung sei, da es keine anderen Wege mehr gebe.“

Mercedes-Benz ließ über seine Pressestelle vermelden, dass aufgrund der starken Verkaufsrückgänge seit dem vergangenen Jahr die Arbeitsverträge von einigen Mitarbeitern in der Fabrik von São Bernardo do Campo zeitweise ausgesetzt werden mussten. „Diese Mitarbeiter  waren im sogenannten lay-off seit mehr als einem Jahr, mit Gehältern, Boni und gesicherter beruflicher Qualifikation. Das heißt, das Unternehmen übernahm alle Kosten, um diese Mitarbeiter zu halten.“ Zudem habe man bereits über ein Jahr verschiedene Möglichkeiten zum freiwilligen Ausstieg angeboten über bestimmte Entlassungspläne mit „maximal möglichen finanziellen Zuschüssen“. (ls)

Quelle: Agência Brasil