Der brasilianische Bergbau- und Energieminister Edison Lobão / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Bergbau- und Energieminister Edison Lobão / Copyright: Agência Brasil

Die Entscheidung über die neuen Verträge im Elektrizitätssektor in Brasilien werde auf den Beginn des kommenden Jahres verschoben. Dies teilte Edison Lobão, Bergbau- und Energieminister Brasiliens, gestern (21.11.) in São Paulo mit. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rouseff wird letztendlich darüber entscheiden, ob die Bewirtschaftungsverträge der Wasserkraftwerke, die im Jahr 2015 auslaufen werden, verlängert werden sollen, oder ob diese für neue Auktionen freigegeben werden.

Ein neues Gesetz sieht vor, dass die Kraftwerke nach abgelaufenem Bewilligungszeitraum an den Staat zurückgegeben und erneut versteigert werden. Im Jahr 2015 enden die Konzessionen für insgesamt 67 Wasserkraftwerke, die für die Erzeugung von 18.200 Megawatt zuständig sind.

Erwartungen zufolge, würden neue Auktionen die Energiekosten des Landes reduzieren, da die Versteigerung von Energiekonzessionen dem niedrigsten Tarif unterliegt. Somit gewinnt jenes Unternehmen die Konzession, welches verspricht, die Energie zum niedrigsten Preis zu verkaufen.

Der Bergbau- und Energieminister vertritt jedoch die Meinung, dass die Kostenreduktion auch ohne Versteigerungen geschehen werde. Wenn die Verträge verlängert würden, bedeute dies, dass Vertragshändler keine zusätzlichen Investitionen für eine erfolgreiche Energieproduktion vornehmen müssten. Solche Investitionen, die in der Vergangenheit noch üblicherweise getätigt wurden und momentan noch im Tarif mit eingerechnet werden, würden dann wegfallen.  Somit würde auch der Energiepreis fallen, so Lobão. Die Bundesregierung Brasiliens arbeitet derzeit an einem neuen Gesetzesvorschlag, der eine Verlängerung dieser Verträge ohne notwendige Versteigerungen regelt.

Der stellvertretende Präsident des „Höchsten Rats für Infrastruktur der Industrieföderation des Staates Sao Paulo“ (Conselho Superior de Infraestrutura da Federação das Indústrias do Estado de São Paulo, kurz: Coinfra-Fiesp), Carlos Calvacanti, wies darauf hin, dass viele Unternehmen im Elektrizitätssektor durch eine Verlängerung der Konzessionen begünstigt werden und somit an dieser interessiert seien. Es sei dennoch erforderlich, dieses Thema mit der Gesellschaft zu diskutieren, denn am Ende sei sie es, die die Energiekosten tragen müsse, so Calvacanti. (jv)