Wegen schlechter Leistungen im Bildungsbereich in Minas Gerais verlor Aécio Neves wertvolle Stimmen. / Copyright: Agência Brasil
Wegen schlechter Leistungen im Bildungsbereich in Minas Gerais verlor Aécio Neves wertvolle Stimmen. / Copyright: Agência Brasil

Wegen schlechter Leistungen im Bildungsbereich in Minas Gerais verlor Aécio Neves wertvolle Stimmen. / Copyright: Agência Brasil

Die Wahlniederlage von Aécio Neves im Minas Gerais, seinem Wahlort und dem Bundesstaat, in dem er acht Jahre lang Gouverneur war, kann als einer der Hauptfaktoren für den Sieg Dilma Rousseffs gewertet werden. In der Auswertung von Spezialisten war die schlechte Leistung Neves im Bundesstaat daran Schuld, dass er viele Stimmen verlor. Laut Diogo Tourino de Souza, Professor für Sozialwirtschaft und Politik an der staatlichen Universität von Viçosa, waren Neves Leistungen in Minas „der Zeiger an der Waage“.

„Minas Gerais hatte großen Einfluss auf die Wahlkampagne von Dilma Rousseff im zweiten Durchgang.“ Tourino führt dabei zwei wesentliche Faktoren für Neves Niederlage an. Zum einen habe er im Bildungsbereich von Minas sehr schlecht abgeschnitten. „In seinen Reden hat er immer davon gesprochen, dass er die Indizes in der Bildung angehoben habe in seinem Bundesstaat, dass er die Bildung verbessert habe, aber in der Realität sind die Lehrer schlecht bezahlt und die Arbeitsbedingungen in den Schulen werden immer schlechter. Dies fällt stark ins Gewicht, denn die Lehrer sind die Meinungsmacher.“

Als weiteren Faktor führt Tourino die Wahlniederlage des PSDB-Kandidaten Pimenta da Veiga für den Gouverneursposten im Bundesstaat an, der bereits im ersten Wahldurchgang gegen Fernando Pimental von der Arbeiterpartei PT verlor. „Pimenta da Veiga war nicht dazu in der Lage, für eine wirkliche Veränderung in der Verwaltung zu sorgen.“

Ähnlich wie Tourino bewertet auch Helcimara Telles, Professorin für Politikwissenschaften an der staatlichen Universität von Minas Gerais, die Situation. Sie glaubt auch, dass die schlechten Leistungen der PSDB in Minas Gerais zu einem beachtlichen Stimmverlust beigetragen haben, allerdings sagt sie, sei dies womöglich nicht ausschlaggebend für die Wahlniederlage gewesen. (ls)