Die brasilianische Ministerin für Planung, Schätzung und Organisation, Miriam Belchior, legt den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vor / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Ministerin für Planung, Schätzung und Organisation, Miriam Belchior, legt den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vor / Copyright: Agência Brasil

Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2012 erklärte gestern (31.08.) die Leiterin des brasilianischen Ministeriums für Planung, Schätzung und Organisation (Ministério de Planejamento, Orçamento e Gestão), Miriam Belchior, dass der Mindestlohn im folgenden Jahr um 13,6 Prozent, von 545 auf 619,21 Reais (etwa 240 bzw.  272 Euro) angehoben werde. Dies ist eine der Neuerungen im Haushaltsentwurf für das Jahr 2012.

Laut Armando Castelar, Wirtschaftsexperte der Stiftung Getúlio Vargas (Fundação Getúlio Vargas, kurz: FGV), liegt dieser Wert leicht unter den Schätzungen der Wirtschaftsexperten, die einen Anstieg des Mindeslohnes von 14 Prozent erwartet hatten. Dies hänge insbesondere damit zusammen, dass voraussichtlich die Inflationsrate in diesem Jahr weiterhin steigen werde, so Castelar.

Die Erhöhung des Mindestlohnes beruht auf ein Abkommen, welches noch in der Regierungszeit des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Lula da Silva von dem brasilianischen Nationalkongress beschlossen wurde. Demnach wird jedes Jahr der Wert neu berechnet, indem die Inflationsrate des Vorjahres und die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes des vorvergangenen Jahres mit einbezogen wird.

Zudem wurde in dem Entwurf für den Etat festgelegt, die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent zu erhöhen. Zusätzliche Ausgaben sind im Bereich Bildung mit 8,3 Milliarden Reais (rund 3,6 Milliarden Euro) und Gesundheit mit 9,3 Milliarden Reais (ca. 4,1 Milliarden Euro) geplant. (gp)