Das geldpolitische Komitee COPOM erhöhte den Leitzins SELIC von 11 auf 11,25 Prozent / Copyright: COPOM
Das geldpolitische Komitee COPOM erhöhte den Leitzins SELIC von 11 auf 11,25 Prozent / Copyright: COPOM

Das geldpolitische Komitee COPOM erhöhte den Leitzins SELIC von 11 auf 11,25 Prozent / Copyright: COPOM

Kürzlich wurde der Leitzins SELIC in Brasilien von 11 Prozent auf 11,25 Prozent erhöht. Diese Erhöhung teilte die Meinung zwischen Gewerkschaften, Vereinigungen und Verbänden der Industrie und des Handels, wobei die Mehrheit diese Entscheidung bedauerte.

So stimmte beispielsweise die Vereinigung für Handelswaren, Dienstleistungen und Tourismus des Bundesstaates von São Paulo (Federação do Comércio de Bens, Serviços e Turismo do Estado de São Paulo) der Erhöhung zu und begründete ihre Meinung damit, dass es nicht sicher sei, ob sich der Konsumentenpreisindex IPCA (Índice Nacional de Preços ao Consumidor Amplo) weiterhin über dem Zielwert ansiedele.

Der nationale Verband für Finanzarbeiter CONTRAF (Confederação Nacional dos Trabalhadores do Ramo Financeiro) bedauerte allerdings die Erhöhung des Leitzinses. Das Wirtschaftswachstum des Landes würde bereits niedrig sein und die Zinsen hoch. Mit dem erhöhten Leitzins würde das Wachstum noch stärker beeinflusst werden. Carlos Cordeiro, Leiter des CONTRAF, sehe vielmehr eine Chance in dem Sinken des Leitzinses, was das Sinken der Zinsen und Spreads der Banken mit sich bringen würde. Damit einhergehend könnten Kredite niedriger ausfallen und der Arbeitsmarkt, die Entwicklung und die Einkommensverteilung würde ankurbeln werden.

Der Handelsverband von São Paulo (Associação Comercial de São Paulo) zeigte sich auch eher besorgt. Die Erhöhung des Leitzinses zeige, dass sich das geldpolitische Komitee COPOM trotz der niedrigen Wirtschaftsaktivität im Land vor allem auf die Inflation konzentriere. Man erwarte jetzt eine Angleichung der Steuern, so dass die Zentralbank die Zinsen in der nächsten Sitzung wieder reduzieren könne, so Rogério Amato, Leiter des Verbandes.

Der Industrieverband des Bundesstaates von São Paulo (Federação das Indústrias do Estado de São Paulo) kritisierte ebenfalls die Erhöhung des SELIC und wies auf eine Bedrohung des Arbeitsmarktes hin. Die Wirtschaft würde stagnieren und das Bruttoinlandsprodukt sich in diesem Jahr etwas über Null ansiedeln. Durch die Entscheidung könne die Wirtschaftsaktivität nicht kurzfristig wiederaufgenommen werden. Außerdem würde das Vertrauen der Unternehmen und der Verbraucher darunter leiden – ohne Vertrauen gäbe es auch keine Investitionen. (ds)