Logo der Welthandelsorganisation / Copyright: WTO

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Gestern (24.10.) verteidigte der Repräsentant Brasiliens in der Welthandelsorganisation (WTO), der Botschafter Roberto Carvalho de Azevêdo, dass die Diskussion zu den Wechselkursen in den Versammlungen des ersten Quartals 2012 wieder aufgenommen werden sollten. Laut Azevêdo gäbe es keinerlei Zweifel, dass Änderungen bei den Wechselkursen Auswirkungen auf den weltweiten Handel im direkten oder indirekten Sinne haben könnten. Der Botschafter sprach über dieses Thema in der Versammlung über Handel, Schulden und Finanzen in Genf (Schweiz).

Des Weiteren hob er hervor, dass die Geldentwertung eine wichtige Rolle im Wachstumsprozess der Schwellenländer spielen kann. Allerdings müsse das Hauptaugenmerk auf den Wechselkurs gelegt werden.

Azevêdo ist der Meinung, dass die Wiederaufnahme der Diskussionen zu diesem Thema positive Auswirkungen auf Initiativen anderer Organisationen und internationaler Foren in diesem Bereich haben kann.

Am 16. und 17. Dezember wird die letzte Versammlung zur Doha-Runde in Genf stattfinden, die zum Ziel hat, Subventionen abzubauen. Das soll vor allem den Schwellenländern zugutekommen, deren Produkte nicht gegen die Konkurrenz der hoch subventionierten europäischen Güter bestehen können. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um landwirtschaftliche Produkte und Vereinfachungen des Handels.

Die große Herausforderung bestünde darin, einen Konsens zu finden. Die Nordamerikaner setzen sich für vereinfachte Abkommen der Dienstleister ein und für verbesserten Zugang auf die Märkte industrialisierter Produkte der Schwellenländer. Die Schwellenländer selbst fordern die Öffnung der Märkte der Industrieländer für eigene Produkte der Land- und Viehwirtschaft. Vertreter der Länder Brasilien, Indien, China und Südafrika befinden sich in der Gruppe, die die Verhandlungen für die Schwellenländer führen. (ds)