Die Geldwertstabilität liegt dem Copom mit seiner Entscheidung am Herzen / Copyright: Agencia Brasil Valter Campanato
Die Zahlen zum Wirtschaftswachstum werden wieder nach oben korrigiert / Copyright: Agencia Brasil Valter Campanato

Die Zahlen zum Wirtschaftswachstum werden wieder nach oben korrigiert / Copyright: Agência Brasil

Für das Jahr 2013 wird in Brasilien aktuell ein wirtschaftliches Wachstum von vier Prozent erwartet. Dieser Wert stammt aus dem wöchentlichen Bericht Focus der brasilianischen Zentralbank. Dabei ist es interessant zu sehen, dass die Erwartungen für den industriellen Sektor zunächst sogar eher negativ sind. Für die industrielle Produktion wird für dieses Jahr sogar ein Rückgang von 1,92 Prozent auf 1,82 Prozentpunkten errechnet. Gleichzeitig sind die Erwartungen für das kommende Jahr 2013 positiv. Dafür wird von einem wirtschaftlichen Wachstum in diesem Sektor von 4,25 Prozentpunkten ausgegangen.

Die Zahlen für den diesjährigen Außenhandelsüberschuss, also die Differenz aus Import- und Exportgütern, wurden ebenfalls von 18 Milliarden US-Dollar auf 18,04 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert. Für das nächste Jahr steht die Prognose bei einem ebenfalls nach oben korrigierten Wert von 14,48 Milliarden US-Dollar.

Auch wenn sich das Verhältnis zwischen Schulden im öffentlichen Sektor und dem Bruttoinlandsprodukt 2013 im Vergleich zu diesem Jahr verbessern soll, so wurde doch die Prognose für ebenjenes Verhältnis nach oben korrigiert. So geht man für das kommende Jahr von einem Wert von 34,15 Prozent aus. (Vergleich 2012: 35,5 Prozent)

Mit besonderer Spannung ist die Entwicklung auf den Devisenmärkten zu beobachten. Sowohl für das letzte Quartal dieses Jahres sowie für den Beginn des kommenden Jahres orientiert sich dei Erwartung am bekannten Verhältnis von einem US-Dollar zu zwei Real. Gerade im Hinblick auf die jüngsten Maßnahmen der amerikanischen Notenbank, die einer Verteuerung des US-Dollars entgegenwirken sollen, bleibt das Verhältnis von Dollar und Real ein spannendes Feld. Sowohl der industrielle wie der Agrarsektor Brasiliens sind auf ein stabiles Verhältnis zwischen den beiden Währungen angewiesen. Die nun veröffentlichten Prognosen können also auch als Richtgradmesser für ein zukünftige brasilianische Geldpolitik verstanden werden.

Im Zusammenhang damit sind ebenfalls die Zahlen über ausländische Direktinvestitionen auf dem brasilianischen Markt von Interesse. Für dieses Jahr wurden die Werte von 55 auf 56 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert, mit der Einschätzung, dass diese Form der Investition im kommenden jahr ein Volumen von  59,02 Milliarden US-Dollar erreichen wird. (er)