Eleonora Menicucci, leitende Ministerin des Sekretariats für Frauenrecht, über die Erweiterung des Betreuungsnetzwerkes für Gewaltopfer / Copyright: Agência Brasil

Eleonora Menicucci, leitende Ministerin des Sekretariats für Frauenrecht, über die Erweiterung des Betreuungsnetzwerkes für Gewaltopfer / Copyright: Agência Brasil

Am gestrigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) wurde in Brasilien die Problematik der Straftaten gegen Frauen thematisiert. Vor sechs Jahren trat das Gesetz Lei Maria da Penha in Kraft, durch das derartige Gewalttaten härtere Bestrafung erfahren. Laut Eleonora Menicucci, leitende Ministerin des Sekretariats für Frauenrecht (Secretaria de Políticas para as Mulheres da Presidência da República, kurz: SPM), würde das Gesetz eine der Hauptherausforderungen beim Kampf gegen häusliche Gewalt sein und bei der Erweiterung des Netzwerkes für Opferbetreuung.

„Ich denke, dass es eine besondere Herausforderung darstellt, dieses Netzwerk zu vergrößern. Wir haben beispielweise 375 spezielle Polizeidienststellen, was für die Größe Brasiliens sehr wenig ist.“ Des Weiteren seien diese Dienststellen schlecht im Land verteilt, denn allein in Bundesstaat São Paulo würde sich ein Drittel der Dienststellen befinden.

Um die bessere Betreuung von Gewaltopfern nun zu gewährleisten, ist die Regierung dabei, Verträge mit den Bundesstaaten abzuschließen, durch die Schutzmaßnahmen für die Frau bis 2016 sichergestellt werden sollen. Diese beinhalten beispielsweise Gesundheitsstationen und die Erweiterung der Verantwortlichen in der Rechtsprechung.

Auch Jacira Vieira de Melo, Leiterin des Instituts Patrícia Galvão, das sich für die Rechte der Frauen einsetzt, bestätigte, dass es ohne die Erweiterung des Netzwerkes unmöglich sei, die Anforderungen des Gesetzes Maria da Penha zu erfüllen. Besonders in Gemeinden gäbe es kaum spezialisierte Polizeistellen und Zentren für psychologische Betreuung seien schlecht zu erreichen. Auch wisse die Bevölkerung teilweise gar nicht, dass und wo es derartige Zentren gibt. (ds)