Robson Braga de Andrade sorgt sich um den Industriesektor / Copyright: Agência Brasil

Robson Braga de Andrade, Präsident des Nationalen Industrieverbandes CNI / Copyright: Agência Brasil

Die Erweiterung des Plans „Größeres Brasilien“ (Plano Brasil Maior) mit den gestern (03.04.) bekanntgegebenen steuerlichen Reduzierungen sei laut Robson Braga de Andrade, Präsident des Nationalen Industrieverbandes CNI, ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der Geschäfte, die stärkere Beteiligung der Industrie an Produktionsvorgängen sowie für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Er betonte außerdem, dass das Problem der Industrie nicht an der Konjunktur liege. Es würde sich viel mehr um eine strukturelle Frage handeln, die Probleme bei der systematischen Wettbewerbsfähigkeit zeige. Laut Braga de Andrade seien die Steuererleichterungen bei Einkommen, Krediten und zur Handelsverteidigung hilfreich, aber es sei dennoch eine klare Strategie bei der Industriepolitik vonnöten.

Die 15 begünstigten Sektoren der Industrie spielen eine große Rolle bei der Schaffung von Arbeitskräften, zum Beispiel die Bekleidungsindustrie, die derzeit 1,322 Millionen Menschen in Brasilien beschäftigt, die Textilindustrie mit 334.700 und die Automobilindustrie mit 1,5 Millionen Arbeitsplätzen.

Aguinaldo Diniz Filho, Präsident des Brasilianischen Verbandes für Textilindustrie (Associação Brasileira da Indústria Têxtil e de Confecções, kurz: ABIT), ist ebenso der Meinung, dass die Maßnahmen der Regierung sich positiv auf die Textilindustrie auswirken werden, aber verteidigt auch kontinuierliche und tiefgreifende Veränderungen bei Produktionsprozessen.

Auch der Wirtschaftsprofessor der Getulio Vargas-Stiftung (FGV) São Paulos, Samy Dana, vertritt eine ähnliche Meinung. Dieser sagt, dass es nicht ausreiche, nur einige bestimmte Steuern zu reduzieren, sondern dass die Maßnahmen auf die gesamte steuerliche Situation Brasiliens übertragen werden müssten. (ds)